«Möbeli», Technische Betriebe und die Alpen gaben zu reden

Das erwartete heisse Eisen war an der Gemeindeversammlung von Glarus die Umzonung im Buchholz als Grundbedingung für den Neubau der Möbelfabrik horgenglarus. Aber auch die Technischen Betriebe und die Zukunft der Alpen wurden thematisiert.



Zum letzten Traktandum an der Gemeindeversammlung von Glarus am letzten Freitag im «GH» Ennenda fanden sich erwartungsgemäss viele Redner ein. Thema war die Umzonung im Buchholz zwischen Sportanlagen und Mc Donnalds. Die Möbelfabrik horgenglarus trat hier mit dem Wunsch an die Gemeinde, ihren neuen Produktionssitz zu bauen, da der Vertrag am alten Standort auf 2018 ausläuft. Da der Wunsch mit der Entwicklungsidee im Richtplan konform sei, brachte der Gemeinderat das Thema mit der benötigten Umzonung von einer Zone für öffentliche Bauten zu einer Gewerbezone vor die Versammlung. Daniel Schindler – unterstützt von Esther Micheroli und Kaspar Becker – beantragte die Ablehnung. Die Gemeinde habe trotz Alternativen in leerstehenden Fabrikgebäuden gar schnell klein beigegeben. Micheroli befürchtete zudem, dass hier die künftigen Bedürfnisse für die Schule zu wenig bedacht wurden. Einen Abänderungsantrag stellte zudem Jakob Hösli. Er wollte mit der Einzonung in ein Gewerbe- und Wohnzone, dass die Fläche durch zusätzliche Wohneinheiten – zum Beispiel auf dem Fabrikgebäude, besser genutzt wird. Für den Antrag der Gemeinde sprachen Martin Vogel, Peter Rufibach, Präsident der Glarner Handelskammer, Andrea R. Trümpi, Präsidentin Gewerbeverband des Kantons Glarus, René Landolt, Mitarbeiter horgenglarus, sowie Thomas Stengele. Für sie sei, gerade in den Zeiten zahlreicher negativer Meldungen aus der heimischen Wirtschaft, die Pflege eines solchen Traditionsunternehmen wichtig. Es gehe um Arbeitsplätze, aber auch um ein Zeichen für die Glarner Industrie. Stengele betonte, dass nur mit einem Neubau effiziente Produktionslinien geschaffen werden kann und in bestehenden Gebäuden Kompromisslösungen gesucht werden müssten. Mit grossem Mehr stimmte der volle Saal des «GH» in Ennenda der Umzonung am Schluss zu. Über die Zukunft der horgenglarus werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger aber auch weiter befinden müssen. Zuerst kommt der Landverkauf oder das Baurecht vor die Versammlung und auch über den Überbauungsplan wird das Gremium befinden müssen.

Aufsichtsbeschwerde bei tb.glarus

Auch die Technischen Betriebe Glarus (tb.glarus) gaben, wie bereits Artikelim letzten Jahr, zu reden. Rico Bertini habe, so berichtete Gemeindepräsident Christian Marti, eine Aufsichtsbeschwerde betreffend einigen Fragen zum Unternehmen beim Regierungsrat eingereicht. Während der Regierungsrat beim Anstellungsprozess des neuen Geschäftsführers keine Regelverletzungen feststellen konnte, stiess der Regierungsrat beim Anstellungsvertrag auf Ungereimtheiten. Hier forderte er den Verwaltungsrat auf, den Vertrag im Einklang an die geltende Rechtsordnung anzupassen. Bertini bedankte sich bei der Beratung des Budgets beim Gemeinderat für die Transparenz in diesem Punkt forderte aber trotzdem eine Reduktion bei der individuellen Lohnanpassung von 1,5 auf 1,0 Prozent. Hans Becher, Verwaltungsrat der tb.glarus, räumte hier ein, dass durch die Reduktion die guten Mitarbeiter gestraft werden. Damit das dynamische Lohnsystem funktionieren könne, bräuchte es genug Mittel. Das Plenum folgte mit deutlichem Mehr dem Antrag des Gemeinderats auf 1,5 Prozent.

Bei den Alpen nochmals über die Bücher

Zu Beginn der Versammlung legte der Gemeinderat der Versammlung die Legislaturplaung bis ins Jahr 2018 vor. Diese Planung gebe der Gemeinde, laut Marti, Leitplanken vor, wo das Engagement konzentriert werden solle. Während alle Punkte unbestritten waren, wurde über die Zukunft der Alpen diskutiert. Der Plan der Gemeinde sei, in Zukunft die Alpen nicht mehr zu verpachten, sondern im Baurecht für bis zu 50 Jahre zu vergeben. Vor allem sinnvolle und notwendige Investition sollen so besser ausgelöst werden können. Fritz Weber im Namen der SVP, Fritz Waldvogel, Heiri Hösli und Jakob Hösli, stellten den Antrag auf Rückweisung. Hier sei der zeitliche Druck nicht so gross und viele wichtige Punkte seien hier noch nicht genügend geklärt. Jakob Hösli betonte, dass vor allem die Finanzierung durch den Wechsel von Gemeinde auf Älpler Probleme aufweisen könne. «Wenn nun eine Einzelperson statt die Gemeinde eine Hypothek oder einen Kredit haben will, wird das sicher viel schwieriger.» Mit 189 zu 125 Stimmen wies die Versammlung diesen Punkt der Legislaturplanung zurück.

Weiter kein Gesprächsbedarf

Bei den weiteren Traktanden kam es im Verlauf der Versammlung zu keinen Anträgen. So passierte des Budget der Gemeinde mit einem kleinen Plus genauso wortlos das Plenum wie das Budget der Alters- und Pflegeheime, der Steuerfuss, der Plaungskredit für das generelle Entwässerungsprojekts, die Erneuerung der Kanalisation zwischen der Ober-/Untererlenstrasse in Glarus sowie die revidierte Friedhofverordung.

Neu in die Geschäftsprüfungskommission gewählt wurde Florian Fischli, Netstal. Der letzte Stimmenzähler für Gemeindeversammlungen bleibt aufgrund fehlender Kandidatur weiter frei.