Mörderische Spannung unter den «8 Frauen»

Am vergangenen Samstag feierte das Theater Glarus die Premiere seiner neuesten Produktion. In die «8 Frauen» haben, wie es sich aus dem Titel vermuten lässt, nur die Frauen das Sagen.




Die Weihnachtszeit in einer Villa weit abgelegen in der Mitte der verschneiten Landschaft. Die älteste Tochter trifft gerade aus dem englischen Internat wieder zu Hause ein. Was der Auftakt zu einer besinnlichen Familienfeier werden könnte, entwickelt sich zu einer mörderischen Achterbahnfahrt der Gefühle. Denn in der neuen Produktion des Theaters Glarus wird der Hausherr mit einem Messer im Rücken aufgefunden, sein Zimmer anschliessend wegen Beweissicherung abgeschlossen. Nun sind seine Frau, seine beiden Töchter, die Schweigermutter und die Schwägerin ganz alleine mit den beiden Dienstmädchen in dem grossen Haus. Oder etwa doch nicht?

In die «Acht Frauen» im französischen Original von Robert Thomas, dreht sich nun alles, um die Frage: Wer ist der Mörder? Neben der drohenden Gefahr, dass der Täter immer noch irgendwo versteckt sein könnte, rumoren unter der scheinbar idyllischen Fassade die Verdächtigungen und Anschuldigungen. Die klaustrophobischen Bedingungen schaukelte die Stimmung noch weiter auf und kumuliert beim Auftauchen der scheinbar liederlichen Schwester des Opfers. Denn jede der nun acht Frauen hat etwas zu verbergen und einen guten Grund den einzigen Mann im Haus umzubringen. Sei es Liebe oder Geld. Die Auflösung bringt dann sogar gleich zwei überraschende Wendungen.

Das Theater Glarus hat sich in diesem Jahr, wie länger üblich, an einem sehr ambitionierten Werk mit grosser Bühnenpräsenz aller Schauspielerinnen gewagt. Und dieses Vorhaben ist ihm wieder einmal mit Bravour geglückt. Auch mit den Gesangseinlagen orientierte sich Regisseurin Susanne Rosati am wohl grossen Original, der französischen Verfilmung 2002 von Françoise Ozon. Die Lieder geben so einen speziellen Einblick in die Persönlichkeiten, verstärken auf der anderen Seite das leicht Schleppende im Handlungsablauf. Im Verlauf des Stücks werden, dem analytischen Theater entsprechend, immer mehr Geschehnisse aus der Vergangenheit und Geheimnisse aufgedeckt, was das ganze Stück eher «dialoglastig» macht. Auf der anderen Seite steigert das Gemächliche auch die Isolation der Frauen im Herrenhaus. Nichtsdestotrotz ist auch das jüngste Werk des Theaters Glarus ein Besuch wert, auch weil man genüsslich mitraten kann, wer denn nun der eigentliche Mörder ist.