Der Koch namens Ischa stand an der Reception, und wir wurden sehr freundlich willkommen geheissen, bekamen unseren Zimmerschlüssel und schon ging es weiter in die Lobby. Wunderschön eingerichtet im Belle-Epoque-Stil. Nach und nach trafen mehr Gäste ein. Die Hoteldirektorin Milu begrüsste alle Gäste persönlich, und wir genossen einen Willkommenstrunk. Noch stand uns ja das grosse Highlight bevor: ein Vier-Gang-Menü mit einer grossen Show. Wir waren gespannt.
Als sich die Tür zum festlich dekorierten Speisesaal öffnete, strömten die Besucher und Besucherinnen hinein. Um punkt 19 Uhr sollte die Show beginnen. Doch irgendetwas stimmte nicht. Es herrschte auf der Bühne eine grosse Aufregung. Ein goldener Koffer eines Gastes war verschwunden. Die Bediensteten des Hotels rannten aufgeregt herum. Die Direktorin war am Verzweifeln und selbst der Koch mischte sich noch ein. Die Koffer wurden gestapelt, mehrmals herumgereicht, wieder und wieder gezählt. Doch der goldene Koffer fehlte. Um die Gäste im Speisesaal etwas abzulenken, vermute ich mal, wurden Kunststücke gezeigt. Es wurde jongliert, getanzt, ja sogar artistische Darbietungen gezeigt. Da hatte die Küchencrew eine geniale Idee. Sie betrat mit dem ersten Gang die Bühne und servierte den Gästen die leckere Vorspeise.
Der zweite Showblock begann auch etwas holprig. Statt die Hotelwäsche aufzuhängen, zeigte das Hausmädchen ihre wahre Leidenschaft. An einem grossen Ring hängend vollführte sie hoch oben am Zirkuszelt atemberaubende Übungen. Die Hoteldirektorin suchte verzweifelt ihre neuen Schuhe und fand sie schliesslich in der Waschmaschine. Anschliessend kämpfte sie mit der Wäscheleine, bis schliesslich der Koch aus der Waschmaschine kroch und vorschlug, den zweiten Gang zu servieren.
Gestärkt mit einer herrlichen Suppe, erwarteten die Gäste gespannt, wie es auf der Bühne weitergeht. Schliesslich folge auf diese Darbietung der Hauptgang. Da sollte der Chefkoch des Hotels doch in der Küche stehen. Aber nein! Er verfrachtete die Küche auf die Bühne. Der Kochtopf sowie die drei Sterne, die er sich vermutlich selber verliehen hat, fielen ständig zu Boden. Mehrmals verbrannte er sich die Finger und rief nach seiner Mama. Statt zu kochen, jonglierte er lieber mit den Tellern. Acht Stück wirbelten auf Stangen in seiner improvisierten Küche herum und so mach einer ging zu Bruch. Umso erstaunlicher ist es, dass anschliessend ein herrlicher Hauptgang serviert wurde.
Wie geht es nun weiter? Das schienen sich Milu, die Hoteldirektorin. und Ischa, der Koch, zu fragen. Sie sassen unter dem Zirkuszelt und träumten, wie es sein könnte. Da tauchte plötzlich ein Engel mit einer Harfe auf und entschwebte in die Lüfte. Der Engel spielte nicht nur mit der Harfe, sondern zeigte auch artistische Höchstleistungen unter der Zirkuskuppel. Es gesellte sich noch eine zweite Artistin dazu und gemeinsam zogen sie das Publikum mit ihrer Show in ihren Bann. Mit dieser Traumdarbietung schien alles Vorangegangene vergessen. So wurde zur Freude der Zuschauer das Dessert gleich auf der Bühne zubereitet.
Nun war alles wieder in Ordnung. Die Gäste waren zufrieden, das Hotelpersonal verbreitete gute Laune und selbst die Hoteldirektorin und der Koch schienen wieder Mut zu fassen, um weiterzumachen. So versammelten sich alle um den grossen Kronleuchter, entschwanden in die Höhe und bedankten sich bei den Gästen.
Abermals schaffte es die Crew des Zirkus Mugg einen tollen Abend zu gestalten. Die Zeit verging wie im Flug und auf den Gesichtern der Gäste war ein zufriedenes Lächeln zu erkennen. Vier Stunden geniessen, vier Stunden lachen und staunen, vier Stunden abtauchen in eine andere Welt.
























