Musik, Filme, Kulinarisches und Verweilen

Die Sommerbühne im Volksgarten Glarus ist zu einem festen und bewährten Bestandteil des Kultursommers im Hauptort gewachsen. Das stets zahlreiche Publikum liebt die ideenreich arrangierte Vermischung von Musik der verschiedensten Stil- und Gestaltungsrichtungen, die sorgsam ausgewählten Spielfilme, das kulinarische Angebot und das gemütliche Verweilen.



Stets ist das Zustandekommen dem Verein Glarus Service mit den rund 120 Mitgliedern zu verdanken. Massgebend verantwortlich sind Kaspar Marti und seine aktive Crew.

Der Anfang gehört bereits der Vergangenheit an. Das Festzelt war gut besetzt, das schützende Dach mehr als willkommen. Mit Pop, Soul & RnB legten «The Sands» los, lautstark, beschwingt und – wie es im Namen bereits enthalten ist – ungemein beseelt.

Die verschiedenen Stücke stiessen auf verdiente Anerkennung, es wurde oft begeistert mitgeklatscht. Yordanas Woldehawariat sang innig, stark, gestaltete überzeugend aus. Stephanie Knobel, Piano; Raffaela Hauser, Gitarre; Barbara Weidmann, E-Bass; und Daniel Jenny, Drums; gehören zu dieser jugendlichen Formation, der man viele erfolgreiche Auftritte und eine überregional starke Beachtung wünscht. Das Gestaltungspotenzial dieser Leute ist erfreulich gross. Das Begegnen war erfüllend.

Es war dann Sache von Kaspar Marti, alle gleichermassen herzlich zu begrüssen, die Namen der verschiedenen Sponsoren bekannt zu geben und auf Kommendes der ganz speziellen Kulturtage im Volksgarten hinzuweisen. Dass alles ohne Eintritt angeboten werden kann und kleinere Gagen möglich sind, ist den Sponsoren zu verdanken.

Und als es – endlich – genügend dunkel war, konnte der erste von drei Filmen gezeigt werden. Claudia Kock Marti befasste sich willkommen kurz mit dem Inhalt eines Geschehens, das im November 1989 die ganze Welt aufhorchen liess. Die DDR gewährte ihren Bürgerinnen und Bürgern die uneingeschränkte Reisefreiheit in den Westen. Die Nacht dieses 9. Novembers prägte an der «Bornholmer Strasse» Harald Schäfer, Verantwortlicher dieses Grenzübergangs. Mit dem im Jahre 2014 entstandenen deutschen Film wird nachhaltig aufgezeigt, wie die ostdeutschen Grenzbeamten zu handeln gedachten, einige waren zur Gewalt und dem Einsatz von Waffen bereit, andere wünschten sich das geordnete Abfertigen der Westbesucher, wieder andere erkannten, dass sich eine gewaltige Eskalation anbahnte. Harald Schäfer wünschte sich von seinem deutlich überforderten direkten Vorgesetzten klare Befehle. Sie blieben aus. Schäfer handelte klug, als er den Befehl zur Öffnung der Grenzschranke gab. Nachhaltig werden Hoffnung, Widersprüchliches, neckische kleine Momente Unverständnis, gewaltige Forderungen der Leute am Schlagbaum, verständliche Erwartungen, die Haltung der Grenzbeamten ineinander verflochten. Harald Schäfers Machtwort an seine Beamten und sein kluges Abwägen von Pro und Kontra verhinderte ein riesiges Blutvergiessen.

Noch blieb man eine Weile beisammen und freute sich auf Kommendes, Rock & Pop mit Zentners, Country mit Doris Ackermann am Freitag oder die Happy Lakers und Rämlers am Samstag gehören unter anderem dazu.