Musikalische Kurzweil samt Kurztexten

Der Vorstand des glarnerischen Seniorenverbandes lädt die rund 300 Mitglieder regelmässig zu Veranstaltungen aller Art ein. Das können gemeinsame Ferientage, Tagesausflüge, kurze Wanderungen, Besichtigungen, Vorträge oder musikalischer Kurzweil sein. Stets wird frühzeitig und ausführlich genug aufmerksam gemacht.




Diesmal waren es das kunstvolle Klavierspiel von Vilma und Daniel Zbinden und die kurzweiligen kurzen Texte, die im Chilchätreff Ennenda unter dem Titel «Zbindenklänge und poetische Kurzweil für lebenserfahrene Ohren» angeboten waren und bei den beinahe 70 Anwesenden auf viel Beifall stiessen. Kaspar Zimmermann aus Schwändi, Präsident des bemerkenswert kreativ tätigen Vorstandes, begrüsste. Und schon war es Zeit, sich mit gar munteren Weisheiten von Kindergartenpflichtigen zu befassen. Sie entstammten dem von Brigitta Baumgartner einst geschriebenen «Hüt isch morä». Man erfuhr so liebenswert Logisches wie: «Was git 1 + 1? – Das git zwei Eis und äs Chrüüzli drzwüschet» oder dass die Knochen der Strasse dann zum Vorschein kämen, wenn man den Teerbelag entferne. Zwischen den Texten spielten Vilma und Daniel Zbinden mitreissend perfekt, abwechslungsreich, riesig gefühlvoll und mit einer Hingabe, die Anlass zu verdient starkem Beifall gab. Daniel Zbinden verknüpfte Textinhalte mit der jeweiligen Ansage zur musikalischen Vielfalt. Das waren Sätze aus einer Sonate von Mozart, eine Polonaise von Schubert, der rassig-schmissige und enorm kurzweilige Glarner Schützenfest-Marsch von Eugen Dieffenbacher, zwei Artikelungarische Tänze von Brahms und der Blumenwalzer aus Tschaikowskis Nussknackersuite samt Zugabe mit einem Ausflug in Volkstümliches und der Aufforderung zum Mitsingen. Es war eine in jeder Beziehung stimmungsvolle Veranstaltung.

Man verweilte bei Texten von Ruedi Hertach, die vom nachlassenden Namensgedächtnis und den Tücken bei einem Apéro handelten. Kurzweil, Besinnliches und Situationskomik entstammten Gedichten und Geschichten von Franz Hohler, Ueli dem Schreiber, Hanspeter Müller-Drossaart und Pedro Lenz. Sie hatten unter anderem mit dem Älterwerden, den spitzen Ohren eines Luchsweibchens, liegengelassenen Wildlederhandschuhen, Jahreszeiten, einer herzigen Igelzüglete und bernischen Eigenheiten zu tun. Dass beispielsweise ein Pest-Erreger im elend langsam fliessenden bernischen Blut den Verleider bekam und die Wirkungsstätte verliess oder ein Schafbock nach ungestümem Zusammenprall mit einem bernischen Schädel das Leben verlor, wurde den aufmerksam Hinhörenden nachhaltig klar.

Kaspar Zimmermann dankte den so kunstvoll interpretierenden Vilma und Daniel Zbinden und dem Schreibenden für die Auswahl und das Lesen der kurzweiligen Texte. Auf das Theater im November, dies in Zusammenarbeit mit der Pro Senectute, die Veranstaltung zum Jahresschluss sowie die neue Homepage www.glarner-seniorenverband.com wurde hingewiesen.