Musikalische Weihnachtsgeschichte auch in Buchform

Sie ist ein echtes Glarner Original und wird seit über 30 Jahren regelmässig in der Stadtkirche mit rund 200 Mitwirkenden aufgeführt: Die Weihnachtsgeschichte , in Musik gesetzt vom Glarner Kulturpreisträger Christoph Kobelt, gehört seit der kürzlichen Übergabe an Landesarchivar Dr. Fritz Rigendinger nun offiziell zum Kulturgut unseres Kantons.



Dr. Fritz Rigendinger (rechts) nimmt für das Landesarchiv Glarus die neu editierte Partitur der „Weihnachtsgeschichte in Musik gesetzt von Christoph Kobelt“ entgegen. (Bild: zvg)
Dr. Fritz Rigendinger (rechts) nimmt für das Landesarchiv Glarus die neu editierte Partitur der „Weihnachtsgeschichte in Musik gesetzt von Christoph Kobelt“ entgegen. (Bild: zvg)

Am 28.November konnte Dr. Fritz Rigendinger die erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Ausgabe der „Weihnachtsgeschichte in Musik gesetzt“ von Christoph Kobelt, entgegen nehmen. Das 167-seitige Buch umfasst die Musik-Partitur, kalligrafisch gestaltete Texte des Lektors und Illustrationen zu den einzelnen Kapiteln, dazu kommt eine ausführliche Einführung mit Aufbau- und Spielanweisungen sowie Wissenswertes zur Entstehung des Konzepts des monumentalen Werks. Dessen grosse Besetzung mit vier Chören, vier Instrumentalensembles von Holzbläsern, Blechbläsern, Streichern und Glocken, zwei Orgeln, Schlagwerk, Lektor und Gesangssolisten findet ihren Niederschlag in einem auch optisch beeindruckenden Notensatz.

Beeindruckender Notensatz

Ein Grundriss mit Aufstellungsplan aller Mitwirkenden für die Glarner Stadtkirche zeigt die massgebende Bedeutung der Architektur des Raums für die Inszenierung; angepasst wurde er aber auch fürs Zürcher Fraumünster, wo seit 1981 zusätzlich jährliche Aufführungen stattfinden. Ebenfalls befindet sich im Buch ein Plan für die Installation der über 2000 Kerzenlichter, welche die einzige Beleuchtung während des Ablaufs der Weihnachtsgeschichte darstellen.
Was war der Auslöser für die Herausgabe des Buches? Christoph Kobelt erklärt: „Nach über 30 Jahren Aufführungsgeschichte beschäftigte mich immer mehr der Gedanke, dass ich dieses Wissen gerne weitergeben wollte.“ So machte er sich an die Arbeit und stellte letztes Jahr zunächst einmal Mitwirkenden die ersten Drucke der neu editierten Partitur zur Verfügung. Seine Überlegungen hierzu: „Die Weihnachtgeschichte ist einerseits für viele Chorsängerinnen und –Sänger zur langjährigen Begleiterin und somit Teil ihres Lebens geworden, daher war ein Bedürfnis da, sie auch als Buch in der Hand zu halten. Andererseits aber übernahmen neue Protagonisten in den letzten Jahren tragende Rollen. Es braucht z.B. Dirigenten für verschiedene Ensembles. Ich habe nach wie vor die Hauptleitung, aber als Co-Dirigent prägt nun mit meinem Sohn David bereits die nächste Generation die Aufführungen. Nachfolgende Mitwirkende und sonstige Interessierte sollen mit dieser Edition eine ganzheitliche Dokumentation und Anleitung zur Aufführung erhalten.“

Für Glarner Bevölkerung

Auch für die Glarner Bevölkerung, aus der oft ein Publikum mit rund tausend Zuhörenden in die Stadtkirche strömt, um die „Weihnachtsgeschichte“ zu erleben, soll das gedruckte Werk öffentlich zugänglich sein.
„Ein Buch in Grossauflage zum Verkauf zu produzieren wäre zu aufwändig, aber einzelne Exemplare werden auf Bestellung produziert,“, so erklärt der Komponist: „Zwei Bücher stehen den Interessierten nun immerhin über das Landesarchiv und die Landesbibliothek des Kantons Glarus zur Verfügung.“ Anlässlich der Buch-Übergabe informiert die Landesbibliothek aktuell im Foyer mit einer kleinen, aber feinen Ausstellung. Sie wurde von Komponisten Christoph Kobelt unter Mithilfe von Swantje Kammerecker eingerichtet. Die Vitrinen zeigen Auszüge aus der Partitur, verwendete Musikinstrumente und Informationen zur Beleuchtung; eine Stellwand vermittelt Infos zur Gesamtkonzeption und bietet eine kleine Chronik der Aufführungen mit Programmen und Presseausschnitten. Bis zum 12.12.2010, dem Tag der nächsten Glarner Aufführung der Weihnachtsgeschichte, ist sie zu den Öffnungszeiten der Landesbibliothek zu sehen. Es liegen dort übrigens – kostenlos als einmalige Aktion in diesem besonderen Jahr - Texthefte zur Mitnahme auf, die auch bereits viele Informationen über das Werk enthalten.