Mut und Tapferkeit sind gefordert

„Wir müssen, wenn es wirklich darauf ankommt, den Mut und die Tapferkeit aufbringen, wie das die alten Eidgenossen getan haben“ Nationalrat Martin Landolt betonte an seiner 1.-August-Ansprache in Elm, das es wichtig sei, auf mehr einzugehen, als nur kalkuliertes Risiko. Für einmal auf eine unbekannte Reise aufzubrechen, ohne vorgängig alles gegeneinander abzuwägen. Einfach auf den Bauch und das Herz zu hören.



Nationalrat Martin Landolt bei seiner 1.-August-Rede in Elm. (Bild: ehuber) Die Elmer Landfrauen waren für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich. Heint Brühwiler bestellt bei Mister Schweiz
Nationalrat Martin Landolt bei seiner 1.-August-Rede in Elm. (Bild: ehuber) Die Elmer Landfrauen waren für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich. Heint Brühwiler bestellt bei Mister Schweiz

Begrüsst wurden die zahlreichen Gäste auf dem Bauernhof der Familie Elmer in Elm durch Heinz Brühwiler, Präsident von Sernftal-Tourismus und den musikalischen Klängen der Harmoniemusik Elm. Einmal mehr verstanden es die Landfrauen Elm, den Anwesenden einen vielfältigen Bauernbrunch mit eigenen Produkten schmackhaft zu machen. Auch der Wettergott schein ein Verbündeter der Elmer zu sein, wie gewohnt strahlte an diesem Nationalfeiertag die Sonne in voller Kraft.

Ein Blick in die Vergangenheit

„Geniesse die Gegenwart, dann hast du in der Zukunft eine schöne Vergangenheit“ mit diesem Sprichwort begann Nationalrat Martin Landolt seine Rede im Festzelt. Gelegentlich ein Blick in die Vergangenheit schade sicher nicht, aber die Verganenheit dürfe nicht das Mass aller Dinge sein. Jeweils am 1. August tauchen wir in die Schweizer Geschichte ein, in die Zeit der heldenhaften alten Eidgenossen. Eine Zeit für die wir alle grösste Bewunderung haben. Wir vergessen dabei, dass die alten Eidgenossen diese Zeit möglicherweise ganz anders erlebt haben, als wir das heute wahrnehmen. Es fand ja nicht jede Woche ein Rütlischwur statt, und es wurde nicht jede Woche eine grosse Schlacht gegen die Habsburger geführt. Stattgefunden hat diese Geschichte aber trotzdem Tag für Tag, auch wenn davon nur ausgewählte Perioden oder Tage niedergeschrieben worden sind. „Denken sie an ihre Schulzeit zurück, wo uns Geschichte gelehrt worden ist. Zuerst wurde etwas von den Römern, dann von den Helvetiern erzählt. Dann etwas später folgte der Rütlischwur, die verschiedenen Schlachten von Morgarten, Sempach und Näfels. Und irgendwann 1848, also Jahrhunderte später wurde unser heutiger Bundesstaat gegründet.“ Wie Landolt weiter ausführte, nimmt die Geschichte gerne Sprünge über teilweise Jahrhunderte. Wie und wieso haben die alten Eidgenossen gewusst, was ennet dem Berg läuft. Sie hatten kein Internet, keine Zeitungen, kein Fernsehen. Wenn wir heute durch die Geschichtsbücher „hüpfen“ nehmen wir die grossen Sprünge einfach so zur Kenntnis. Bei tieferem Bertachten ist aber alles etwas Ausserordentliches, ja fast Unerklärliches.

Mut und Tapferkeit

Landolt stellte in seiner Rede die Frage, ob wir heute mit der gleichen Selbstverständlichkeit unseren Nachbarn helfen würden, wie dies die alten Eidgenossen getan haben. Wären wir heute in der Lage uns rasch auf einen gemeinsamen Plan zu einigen, bei dem alle am gleichen Strick ziehen? Oder wäre das Durcheinander von Meinungen, Positionierungen und Profilierungen zu gross. Wäre genügend politischer Mut vorhanden, um solchen Bedrohungen zu begegnen oder würden wir im Fokus von Blitzlichtern, Mikrofonen und Kameras über unsre Eitelkeiten stolpern? „Wir müssen dann, wenn es wirklich darauf ankommt, den Mut und die Tapferkeit aufbringen, wie das unsere Vorfahren getan haben. Dies nicht jeden Tag und nicht im Alltag, sondern wenn es wirklich darauf ankommt.“ Wann das sein wird wissen wir nicht. Die alten Eidgenossen haben offenbar einfach darauf vertraut, dass sie das dann schon wissen und spüren. „Und genau das wünsche ich auch uns allen, Ihnen und mir selber.“ schloss Landolt seine Rede und seinen Rückblick auf die Schweizer Geschichte.

Miteinander sind wir stark

Vor der Rede von Landolt hatte Pfarrer Rudolf Hofer aus Matt in seiner kurzen Predigt darauf hingewiesen, dass der Erfolg eines Einzelnen, sei es im Sport, in der Wirtschaft oder in der Politik, nicht von einer einzelnen Person erreicht werden kann. Es braucht immer fähige Mitarbeiter, Trainer oder auch Berater. Teamwork ist heute ein sehr oft gebrauchtes Schlagwort, das auch seine Berechtigung hat. „Wir müssen miteinander und nicht gegeneinander Leben, wir müssen uns gemeinsam ergänzen, nur so sind wir stark“. Am Schluss seiner Predigt informierte er die Gäste noch kurz über den bedauerlichen Unfall, der auf der Rückreise aus dem Konfirmandenlager passierte. Zum Glück waren keine Schwerverletzten zu beklagen.
Es wäre eine noch schönere Feier gewesen, wenn während der Predigt und während der Rede von Landolt sämtliche Gäste für kurze Zeit etwas ruhiger gewesen wären. Beide Redner hätten während dieser kurzen Zeit etwas mehr Aufmerksamkeit verdient.