Nebenwirkungen des 29. Novembers

Die Annahme der Minarettverbots-Initiative wird bestimmt Nebenwirkungen haben, über die in den nächsten Tagen und Wochen einiges zu hören und zu lesen sein wird.



Die Kriegsmaterial-Verbotsinitiative scheiterte deutlich an der Vilksabstimmung vom Wochenende (Bild: archiv) Zur allgemeinen Überrasschung wurde die Minarettsverbots Initiative vom Souverän recht deutlich angenommen
Die Kriegsmaterial-Verbotsinitiative scheiterte deutlich an der Vilksabstimmung vom Wochenende (Bild: archiv) Zur allgemeinen Überrasschung wurde die Minarettsverbots Initiative vom Souverän recht deutlich angenommen

Und die in dieser Volksabstimmung Siegreichen erwägen bereits weitere Verbote wie das der Beschneidung, der Zwangsehe und der Burka (Ganzkörperschleier, welcher auch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf missfällt).

Wahrscheinlich hat noch selten ein Plakat wie dieses Mal eine so starke Wirkung erzielt, vor allem, weil sein Aushang regelrecht hochgespielt worden ist. Anderseits war der Einsatz der liberalen, toleranten Kräfte gegen die Initiative eher becheiden.

57,5 Prozent betrug gesamteidgenössisch der Ja-Stimmen-Anteil (nur die Waadt, Neuenburg, Genf und Baselstadt verwarfen). In Innerrhoden war er mit 71,4 Prozent am höchsten, gefolgt von Glarus mit 68,8 Prozent. Mit Ausnahme von Braunwald (52 zu 52 Stimmen) nahmen alle Gemeinden an, am höchsten Bilten (81,2 %), wo die Stimmbeteiligung mit 44,8 % dieses Mal und wohl ausnahmsweise nahe beim kantonalen Mittel von 46,9 % lag. Für die kantonalen Ergebnisse verweisen wir üblich auf das Amtsblatt.

Die Kriegsmaterial-Verbotsinitiative erreichte 31,8 Prozent. Das ist wenig angesichts unserer kriegserfüllten Welt. Die Initianten trösten sich mit der Bemerkung, es handle sich um einen Achtungserfolg. Alle Stände verwarfen, Glarus mit 21,9 Prozent wesentlich deutlicher als die Gesamtschweiz (31,8 %).

Alle Gemeinden verwarfen.

Die vergleichsweise harmlose Vorlage über die Verwendung der Kerosinsteuer kam mit 65 Prozent relativ gut über die Runden. Glarus sagte mit 65,3 Prozent Ja; alle Gemeinde sagten mehrheitlich Ja - ausgenommen Bilten, das mit 235:235 ein Patt meldete, und Braunwald, wo mit 67 zu 35 gar verworfen wurde.