Australien wird etwas weniger waffenfreundlicher. Das wäre gut so, könnte man denken. 2026 dürfen Aussies künftig höchstens noch vier Schusswaffen besitzen, für Landwirte gelten Ausnahmen von bis zu zehn Waffen, wie die Regierung von New South Wales mitteilt. Hat eine Familie drei Söhne und eine Tochter, sind das mit den Eltern 6 Personen, die sich an je 4 Schusswaffen gütlich tun. In der Wohnung liegen dann 24 Knarren unter Betten, auf den Kästen oder hängen schlapp in der Garderobe, wahrscheinlich geladen. Alle haben sie, die Lizenz zum Töten. Mir scheint, als sässen Waffenhersteller direkt in der Regierung. Wenn nicht, so haben die dort fantastische Lobbyisten.
Auf dem Weg nach Bayern zu unseren Freunden besuchen wir im Allgäu seit rund 20 Jahren einen grossen Hofladen. Die Gespräche mit der älteren Bäuerin sind jeweils unterhaltend, kurzweilig und zum Teil fest umrissen, wenn es um die grosse Familie geht, die auch nicht von Unglücken oder Todesfällen verschont bleibt. Beim letzten Besuch im Herbst 2025 erzählte sie uns vom grossen Geburtstagsfest zu Ehren ihres Mannes, der achtzig wurde. «Habt ihr hier im Hof gefeiert?», fragte ich sie. Sie lacht und meint, dass sie den Platz dazu nicht hätten. «94 Personen waren wir, aber nicht alle hätten kommen können.» Ausser Bauersleuten sind auch viele in anderen Berufen tätig. Wären es nun Aussies anstatt Allgäuer, kämen da riesige Waffenlager … unglaublich mühsam! Das Beste zum Schluss: Ihre sieben Kinder samt Enkeln spielen allesamt ein Musikinstrument, ausser der Geige. Das isch Musig!




