Nei, ä so öppis Landfrusthof vs Genuss

Landgasthöfe sind meistens etwas gediegener in der Ausstattung und bieten eine gutbürgerliche Küche mit regionalen Zutaten an. Da kann man sich zum Mittagessen guten Mutes niederlassen.



Nei, ä so öppis Landfrusthof vs Genuss

Das taten meine Frau und ich an einem 2026-Hitzetag, unweit der Glarner Grenze Richtung Norden. Es war schnell ausgelesen, Vitello Tonnato ist ein herrliches Sommeressen. Davor noch eine Bärlauchsuppe. Anstatt Vitello gab es, vermerkt auf der Menukarte, Schweinefleisch. Ja, warum eigentlich nicht? Schnell kam die Suppe, vom Bärlauch spürte man nichts, das Grüne in der Bouillon könnte Schnittlauch gewesen sein. «Na ja, jetzt freuen wir uns aufs Schweine-Tonnato.» Es sah gut aus, das hübsch Hergerichtete. Nach einer Gabel voll sahen wir uns an, schoben die geschiedene Zitronensauce vom Fleisch, die Thunfischsauce war nicht existent. In diesem Landfrusthof, zwar mit heimeligem Ambiente und leider unseligem Koch, werden wir ganz bestimmt niemals mehr existent sein. Die Wirtin meinte: «Tonnato kann man auf verschiedene Arten herstellen.» Das mag so nicht stimmen, sagt der Kenner. Keine Entschuldigung oder, was meist bei Reklamationen üblich ist, Kaffee umsonst. Zwei Monate später, nach Einkäufen im St.Gallischen, hatten wir Lust auf einen Kaffee und fuhren wieder einmal durch Berschis, in der Hoffnung auf eine Gartenwirtschaft. Der Landgasthof Linde, ein 300 Jahre altes Haus, schien das geeignete Ziel. In der Gasse an der Hauswand des Dorfbeizlis hat es einige Tischchen zum Verweilen. Zwei Kaffees, einmal ohne Koffein, einmal normal, mit allem Drum und Dran, waren schnell serviert, samt bestellter Menukarte zum Gwundern. «VitelloTonnato». Nein! Doch, wir bestellten und genossen es im Rückwärtsgang. Nach solch Gutem keinen üblichen Kaffee, ist eigentlich gescheiter, der tolle Geschmack bleibt länger hängen. «Linde» in Berschis, die Empfehlung!