Nei so öppis! Früher

«Ich bin aber schon alt», dachte ich, als ich von einer Lesung las: «Bevor ich alt werde». Im Alter tauchen bei etlichen Gelegenheiten Erinnerungen auf, die man lebenslang im eigenen Computer mit sich trägt.



Nei so öppis! Früher

Ich war bei den Wasserliebenden. Bademeister Oertli der Badeanstalt Ygruben Glarus staunte an einem Sonntag nicht schlecht, dass wir zu zweit schon schwammen, bevor er die schöne alte, schwere Holztür öffnete. Wir schwammen in der Badi in Glarus ganze 50 Meter unter Wasser, ohne Brille, mit geöffneten Augen. Heutzutage zieht man die Fischaugenbrille über und sieht auf dem Schirm in dieser Brille Daten wie Tempo, Distanz, Zug- und Herzfrequenz in Echtzeit. Früher war alles besser? Die Abenteuerlust ging weiter. Im Ennetrösligen spielten wir Indianerlis. Im Städtchen fand man uns beim Spiel «Lanti und Dieb», bewaffnet mit Kreide, um den Lanti den Weg zu zeigen, mit Pfeilen auf den Strassen. Heute heisst das Gamestreaming am Handy, PC, Laptop. Die Hauptströmung – Mainstream – spiegelt den kulturellen Geschmack einer grossen Mehrheit wider, den Massengeschmack. War früher alles besser, vielleicht? Damals drehten wir mit dem Finger am Telefonrad für eine Verbindung. Tanzveranstaltungen im «Löwen» Glarus oder bei Tom Blumer in Weesen waren die Renner. Für mich aber auch Jazzmusik in der Mariahalde, auch in Weesen. Man vergleiche: Wir kannten nichts anderes und es war für uns das Allerbeste. Es war früher nur bedingt viel besser, ganz bestimmt!