Nei so öppis! Menschensalbe

Kollegen aus dem jahrgänglichen Umfeld sind stetig dran, an ihrem Bewegungsapparat Knochen gegen Endoprothesen aus Edelstahl- oder Kobalt-Chrom-Molybdän umzutauschen. Hat man Schmerzen an Hüfte, Schulter oder Knie, sieht man sich plötzlich bei der Spitalgruppe heimisch.



Nei so öppis! Menschensalbe

Nur «kurz» gehörte ich auch dazu, mit stechenden Knieschmerzen. Es war zur Coronazeit, als bei mir eine Kniearthroskopie, ein minimalinvasiver Eingriff im Spital Glarus bevorstand. Ich erfuhr, dass Patienten wohl geheilt von ihren Leiden das Spital Corona infiziert verliessen. Das wollte ich nicht und kündigte den Termin kurzfristig. E-Velo-Fahrten hexten mir den Knieschmerz weg! Ich war die Spitalgruppe nicht lange los, es schmerzte die Achsel. Ich gelangte an eine frisch ausgebildete Ärztin, die ihre Facharztausbildung begann, um den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie zu erlangen. Absonderheiten fand sie keine, auch nicht mittels Röntgen. Die Achsel war gesund, aber schmerzte. Ich erzählte ihr, wie ich mit der starken grünen Salbe, einer Schmiere für Haus- und Nutztiere, erhältlich nur beim Tierarzt, die Schmerzen ganz täglich wegbringe. Das verstand sie nicht – hat wohl zu viel schulmedizinischen Verstand – und verschwand in der Medizinkammer. Sie drückte mir eine Tube in die Hand mit den Worten: «Das ist eine Menschensalbe.» Ein tüchtiger Physiotherapeut und die starke grüne Salbe halfen mir, langsam aber sicher schmerzfrei zu werden. Die Nutztiersalbe hilft mir noch heute, gut eingerieben, sehr schnell, wenns wieder mal irgendwo nicht tut, wie es müsste. Ich kenne Leute, bei denen das auch toll wirkt. Die Menschensalbe war für die Füchse, eine Wildtiersalbe, die nicht half.