Nei so öppis! Ritter

Das Hotel Schwert in Näfels, exgüsi, nun ja, Ritter, kommt wieder in Schwung. Da werden Erinnerungen wach. Der «Schwert»-Saal diente lange Zeit als Näfelser Fasnachts-Hochburg. Da ging es hoch zu und her im Cliquenstall der Lälli, mitten in Näfels.



Nei so öppis! Ritter

Was da alles zusammenkam im Dorfzentrum: Irre, Durchgeknallte, Dulcinellen. Die Wirtin Frau B. war sich das ganze Jahr über gewohnt an noble Gäste aus dem In- und Ausland. Das «Schwert» war die absolute Adresse für sensationelle Küche und nette, diskrete Bedienung. Kurze Hosen, Marschschuhe oder penibles Benehmen waren Dinge, die Frau B. überhaupt nicht mochte. Jedoch waren Industrielle aus dem Kanton in kurzen Hosen durchaus willkommen, die Kohle halt. Aber was musste Frau B. leiden zur Zeit der tollen Tage. Abfall und Lärm zuhauf. Sogar das Brünneli bei den Herren war einmal von der Wand gerissen, da konnte man mit Frau B. mitfühlen, das war wirklich viel zu viel des Böswilligen. Oben im Saal tanzten die Fasnächtler, was das Zeug hielt. In der Bar trank man, was das Zeug hielt. Eine Etage höher, wo hübsche Mäschgerli ihre Rittersleut vom Panzer befreiten, um diesen ein schönes Stündchen füdliblut zu dienen, auch hier was das Zeug hielt, oder auch nicht. Berühmt waren damals die Milkenpastetli für 5 Franken, eine absolute Delikatesse, die musste man haben in einer Verschnaufpause. Von der Küche des Wirts B. und dessen Chefkoch Hans, schwärmt die ehemalige noble «Schwert»-Klientel heute noch, jedoch auch Mäschgerli, Rittersleut und andere. Der neue Name scheint unwissend angebracht, der Vergangenheit Achtung gebietend, mythisch.