Nei, so öppis! «Sie sind krank …»

Fuldera, Brienz, Rolle und Muralto haben seit der Kalenderwoche 6, 2026, etwas gemeinsam: Internet-Betrügereien. Ich verkaufe Cabaret Mechanical Theatre (Figuren, die sich bewegen) und Kuhstühle in Internetportalen. Kaum online, kommt die Frage: «Ist das noch zu haben?»



Nei, so öppis! «Sie sind krank …»

Ich achte auf das Profilbild, und das wahre Gesicht einer interessierten Person kann verkaufs-entscheidend sein: Gesichtserkennung mittels Online-Gesichtstools, und das Mannequin ist entlarvt, ein Freepik-Download. Die Blumenverkäuferin ohne Gesicht ist an sich schon verdächtig, ein lächelndes Kind, etwas unscharf, und ein nordischer Name als Profilbild lassen mich stutzen, zurecht, wie sich später zeigt. Meine Antwort: «Noch zu haben, bezahlen mit TWINT oder IBAN», interessiert kein Schwein. Der Bschisswortkrieg, eine herrliche Wortfechterei beginnt. Es tauchen gemachte Post-Quittungen auf mit richtigem Datum, Links mit TWINT Zahlungen, andere Überweisungsbelege zum Anklicken. Eine beschruppte Person schrieb, dass sie bereits auf Ricardo einbezahlt habe. Doch dort habe ich nichts zum Anbieten. Die Anschriften solcher Bananenkrümmungsbestimmer sind bei Gemeinden leicht zu erfragen. Zwei Gemeinden antworteten: «Es ist uns bekannt, dass dort Betrüger wohnen.» Man könne nichts machen, sagt die örtliche Polizei. Bank- und Postauskünfte warnen, sind sich einig, stimmen voll überein: «Ja nichts anklicken, das sind Betrüger/-innen.» Das schrieb ich meiner üblen Klientel nach stundenlangem Hin und Her und erhielt sofort eine Antwort: «Sie sind krank, sie sollten einen Arzt besuchen.» Chats melden, blockieren, löschen, aus! Warten und hoffen auf eine ehrenwerte Person oder den nächsten falschen Hund zum spassigen Wörterkampf.