Nervenstark und clever gecoacht: Glaronia schlägt Aadorf 3:0

Raiffeisen Volley Glaronia gewinnt zuhause gegen das favorisierte Volley Aadorf mit 3:0 – und macht den Unterschied dort, wo es wehtut: in den engen Momenten und mit mutigen Entscheidungen von der Bank.



Unbändige Freude: Aussenangreiferin Soley Schoop (16). (Foto Peter Aebli)
Unbändige Freude: Aussenangreiferin Soley Schoop (16). (Foto Peter Aebli)

Traumstart – dann plötzlich Zittern

Glaronia legte im Startsatz los wie die Feuerwehr, liess Aadorf dann aber wieder zurück ins Spiel. Als der Satz zu kippen drohte, blieb Trainerin Evelyn Hösli auffallend ruhig. Sie hielt am bewährten Wechsel auf der Diagonalposition fest (Heer für Vogel) – und brachte erst ganz spät, für die letzten Punkte, Neuzugang Jana Šimánková. Die Slowakin ist erst seit wenigen Tagen in Glarus, liess sich vom Druck aber nicht beeindrucken.

Stabilität statt Annahmeserie

Im zweiten Satz fand Glaronia die gewünschte Konstanz. Das 25:18 war nicht spektakulär, aber ziemlich erwachsen: weniger Wackler in der Annahme, mehr Kontrolle im Aufbau. Aadorf versuchte, Leskinovičas Annahme gezielt zu knacken – die Lettin hielt dem aber stand, und Glaronia zog den Satz ohne Drama durch. (Ja, auch das gibt’s manchmal.)

Rochade mit Risiko – und späte Reaktion

Im dritten Durchgang wurde es wieder wild. Hösli änderte trotz Führungslinie die Formation: Coluccello rückte für Ramadani in die Mitte, Ava Schifferle startete als Libera, und Juniorin Heer stand von Beginn weg auf dem Feld. Aadorf reagierte seinerseits mit Umstellungen – plötzlich war Glaronia hinten, 20:22. Erst dann brachte Hösli zusätzliche Routine aufs Feld.

Heer macht den Deckel drauf

Glaronia wehrte zwei Satzbälle ab, blieb im Sideout konzentriert – und hatte am Ende die passenden Nerven am Netz. Heer verwandelte die letzten beiden Punkte zum 26:24. «Beim Matchball schoss das Adrenalin nochmals in die Höhe», sagte die Kantischülerin danach – «und nachher war ich einfach nur glücklich.»

Šimánková: warm empfangen, viel Potenzial

Šimánková zeigte sich nach ihrem ersten Heimauftritt beeindruckt – sportlich und menschlich. «Vom ersten Moment an fühlte ich mich warm empfangen», sagte sie. Auf dem Feld gefalle ihr der Kampfgeist, gleichzeitig sei «das Potenzial noch nicht ausgeschöpft». Es brauche Offenheit für Entwicklung, einen positiven Mindset – und die Bereitschaft, Feedback anzunehmen. Und Glarus? «Wunderschön», meinte sie, sie habe bereits Spaziergänge gemacht und Sonne getankt. Wintereinstand nach Mass.