Neue Legislatur – Neue Ziele für Glarus Süd

Gemäss der Weisheit «Wer sein Ziel kennt, findet den Weg», setzt der Gemeinderat Glarus Süd seine eigenen Ziele fest. Mit Beginn des zweiten Legislaturjahres gibt er die strategischen Absichten für die Jahre 2019–2022 bekannt.




Seit der total revidierten Gemeindeordnung per 01.07.2018 waren sieben Gemeinderäte und ihr Kader mit internen Reorganisationen beschäftigt. Zudem galt es die alten Legislaturziele abzuschliessen und sich neue zu setzen. Am 20. Juni 2019 verabschiedete der Gemeinderat diese. Erstmals seit der Gemeindefusion präsentiert er sie unterteilt in Lebensbereiche, statt wie bisher strukturiert nach Departementen. Das 8-seitige Dokument formuliert transparent und klar die Ziele und Messwerte. Grösstenteils ist die Zielerreichung von externen Einflüssen abhängig.

Wirtschaft und Entwicklung

2019 plant der Gemeinderat einen Masterplan «zukünftige Entwicklung von Glarus Süd» zu erarbeiten. Ende 2022 soll die Bevölkerung damit um zwei Prozent wachsen und 75 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Nachhaltig entwickeln will sich die Gemeinde auch mit dem neuen Nutzungsplan. Das setzt voraus, dass der Souverän dem Vorschlag bis Ende 2020 zustimmt. Im Raum Mitlödi/Schwanden sollen Flächen für neue oder ansässige Firmen Baureife erlangen. Geplant ist, Industriebrachen zu revitalisieren und ansässige Firmen zu fördern. Im Tourismus strebt die Behörde den Zusammenschluss der Tourismusorganisationen an. Zur Steigerung der touristischen Frequenz unterstützt Glarus Süd bis 2022 attraktive Angebote.

Mobilität und Versorgung

Die Gemeinde setzt auf ein erweitertes Angebot der Mobilität auf der ersten und letzten Meile. Sie strebt verbesserte Erreichbarkeit innerhalb von Glarus Süd an. Am Bahnhof Schwanden soll bis Ende 2021 ein bedarfsgerechtes Angebot für die Bevölkerung und Gäste entstehen. Ausserdem müssten bis Mitte 2021 die Strategien und Leistungsvereinbarungen der Technischen Betriebe Glarus Süd sowie Alters- und Pflegeheime Glarus Süd angepasst und verabschiedet sein.

Leben in Glarus Süd

Ab 2021 sollen Dorfkerne und Gebiete um Bahnhöfe und Industriebrachen mit einer Strategie für kombiniertes Wohnen und Arbeiten Umsetzungsreife erlangen. Glarus Süd beabsichtigt sich als Standort für Familien zu stärken. Zudem soll ein kantonales Konzept «ambulant und stationär» umgesetzt, die Pflegekosten optimiert und die ungedeckten Heimkosten minimiert werden. Die Schulen sollen sich bis Ende 2022 qualitativ und zukunftsgerichtet optimieren. Mit Umfragen will der Gemeinderat bis 2022 herausfinden, ob Glarus Süd genügend kulturelle und sportliche Angebote anbietet. 

Finanzen und Verwaltung

Bis spätestens Ende 2021 will Glarus Süd eine stabile Finanzlage vorweisen. Die Präsidialverwaltung konzipiert für die Mitarbeiterselektion eine Strategie, um Schlüsselstellen fristgerecht und passend zu besetzen. Intern wollen die Gemeinderäte mindestens achtzig Prozent zufriedene Mitarbeiter ausweisen. Die interne und externe Kommunikation bedarf einer quantitativen Steigerung. Bis Mitte 2021 beabsichtigt die Behörde einen Grundsatzentscheid der Gemeindeversammlung für einen gemeinsamen Verwaltungsstandort zu erwirken. Langfristig sollen alle ungenutzten Liegenschaften der Gemeinde veräussert oder vermietet werden.

Natur und Umwelt

Der Gemeinderat will den Hochwasserschutz im Gebiet Linthal und Luchsingen bis 2020 planen, um mit der Umsetzung ab 2021 zu starten. Damit der Wald weiterhin ökonomisch und ökologisch nachhaltig bewirtschaftet wird, müssen die neuen Vereinbarungen mit den relevanten Akteuren bis Ende 2019 unterzeichnet sein. Mit einem guten Investitionsplan sichert die Gemeinde, dass die Infrastrukturen auf den Alpen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Behörde strebt an, die Infrastruktur für Trinkwasser und Abwasser fertig zu planen, damit die laufende Erneuerung gezielt umgesetzt werden können.