Neues Co-Präsidium für den Heimatschutz

An der Hauptversammlung des Glarner Heimatschutzes in Netstal trat Thomas Aschmann als Präsident zurück. Sein Amt übernimmt als Co-Präsidium Hans-Rudolf Zopfi und Judith Gessler. Der Heimatschutz lehnt die Änderung der Natur- und Heimatschutzverordnung ab.



An der gut besuchten Hauptversammlung des Glarner Heimatschutzes in Netstal wurde der schriftlich vorliegende Jahresbericht von Präsident Thomas Aschmann diskussionslos genehmigt. In seinen mündlichen Ergänzungen sagte Aschmann, dass er mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom Präsidentenamt zurücktrete. Es sei eine schöne, aber auch aufwendige Zeit gewesen. Erfreuliche Ereignisse seien die Lösungsfindung für das Schulhaus Engi, die Renovation des Zwickyhauses in Mollis, die Sichtung eines gut erhaltenen Stalles in Mitlödi oder die aufgegleiste Sanierung des Kunsthauses gewesen. Ziemlich aufwendig und enttäuschend hingegen waren die Arbeiten betreffend Abbruch Nebengebäude Halunenstein in Luchsingen. Der Heimatschutz hofft hier, dass trotz Ablehnung ihrer Beschwerde bei den Eigentümern ein Umdenken stattfindet und das schöne Ökonomiegebäude nicht geschleift wird.

Neue Leistungsvereinbarung

In seinen schriftlichen Ausführungen erwähnt Aschmann die im 2017 abgeschlossene Leistungsvereinbarung mit dem Kanton, und in einem Vorwort legt er ein Wort ein für die Erhaltung der lokalen, teils einfachen und gewachsenen Baukultur und Tradition. Es gehe um gewachsene Dorfkerne mit ihren Winkeln, Ecken und kleinen Gärten. Es gehe aber auch um die Stadt Glarus, die in ihrer Anlage zwischen den hohen Felswänden einmalig sei. Die vom Regierungsrat vorgeschlagene Änderung der Natur- und Heimatschutzverordnung (NHV) mache daher leider einen Grossteil der erwähnten Bemühungen zunichte und richte irreversiblen Schaden an unserem Kulturgut an. Die Vorlage sei deshalb abzulehnen.

Regierungsvorlage ist ein Kompromiss

In seinem Grusswort kam daher Regierungsrat Benjamin Mühlemann auch auf die Änderung der NHV zu sprechen, die durch eine Motion der SVP ausgelöst worden ist. Diese verlangt, dass pro Gemeinde nur maximal ein charaktergleiches Objekt zu inventarisieren sei. Die wörtliche Umsetzung der Motion ist gemäss Regierung zu einschneidend, er hat daher mit seiner Vorlage versucht, die unterschiedlichen Interessen abzuwägen und einen gangbaren Kompromiss aufzuzeigen. Mühlemann weiss, dass hier die Meinungen kilometerweit auseinanderdriften.

Einige Wahlgeschäfte

Die statutarischen Geschäfte der HV gaben zu keinen Diskussionen Anlass. Auch die defizitäre Jahresrechnung wurde gutgeheissen. Franz Frevel trat als Präsident der Kommission Bauberatung zurück. Hier konnten einige neue Mitglieder für die Bauberatung gewonnen werden. Thomas Aschmann hat wegen zusätzlicher beruflicher Belastung seinen Rücktritt als Präsident eingereicht. Die beiden bisherigen Vorstandsmitglieder Hans-Rudolf Zopfi und Judith Gessler erklärten sich bereit, das Amt im Co-Präsidium zu übernehmen. Neu in den Vorstand wurden Martina Maurer und Volker Marterer, beides Architekten, gewählt. Zopfi würdigte die fünfjährige Tätigkeit von Aschmann, überreichte Präsente, und legte dar, welche Bereiche er im Co-Präsidium eher betreuen werde. Judith Gessler wird als Architektin den fachlichen Bereich übernehmen, die Bauberatungs-Kommission leiten und zusammen mit Martina Maurer die Öffentlichkeitsarbeit verbessern.

Im Anschluss an die HV referierte Ariane Schrepfer, Landschaftsarchitektin, über das Thema «Glarus Süd, nachhaltige Raum- und Landschaftsentwicklung».