Neujahrsbote 2014 für Glarus Süd: Aus- und Rückwanderung

In diesen Tagen wird die 49. Ausgabe des Neujahrsboten für Glarus Süd an die Abonnenten ausgeliefert. In seinen Chroniken berichtet der neue Neujahrsbote über das Geschehen in den Dörfern von ganz Glarus Süd – und dazu noch vom Urnerboden.



Den Schwerpunkt des Neujahrsboten für Glarus Süd bilden nach wie vor die Dorfchroniken . Diese berichten getreulich über Vereine, Firmen und Persönlichkeiten, über Erfolge und Schwierigkeiten, über die Ankunft neuer Erdenbürger und den Abschied von lieben Verstorbenen. In der Regionschronik findet das Superwahljahr genauso seinen Niederschlag wie das Grossprojekt Linthal 2015 oder die kulturellen Aktivitäten der Gemeindestube Schwanden. Die Wahlen bilden auch in der Gemeindechronik einen Schwerpunkt. Im Weiteren berichtet sie über die Aktivitäten der verschiedenen Departemente und die selbstständigen Gemeindebetriebe.

Im allgemeinen Teil wird berichtet, welche Auswirkungen der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auf die aus Schwanden stammenden Luchsinger-Familien in Estland an der Ostsee hatte. Obwohl sie Estland als ihre Heimat betrachteten, wurden sie im Spätherbst 1939 von offizieller deutscher Seite aufgerufen, das Land zu verlassen. Sie sollten umsiedeln, «heim ins Reich». Harry Luchsinger-Hindreus (1877–1964) erlebte diese dramatische Entwicklung hautnah und hielt sie später in umfangreichen «Lebenserinnerungen» fest. Die Titelgeschichte bringt einen längeren Auszug aus diesen Aufzeichnungen.

Auch der zweite Beitrag mit originalen Briefen von Franz Hefti-Disch (1827–1899) kreist um das Thema Auswanderung/Rückwanderung. Der Schreiber verliess Luchsingen in Richtung USA aus familiären Gründen. Bei seiner Auswanderung war er bereits 48 Jahre alt. Nur dank hartem Einsatz gelang es ihm, sich in der Neuen Welt zu behaupten. Dies zeigen seine Briefe deutlich. Sie werfen aber auch ein Schlaglicht auf die Lebensverhältnisse im zurückgelassenen Luchsingen.

Das Jubiläum 150 Jahre Glarner Fabrikgesetz gab den Anstoss zum dritten Beitrag im allgemeinen Teil. 1864 beschloss die Landsgemeinde, entgegen dem Willen von Regierung und Landrat, eine maximale Arbeitszeit in Fabrikbetrieben von zwölf Stunden pro Tag für alle. Der Einbezug von Männern in diese Schutzbestimmungen machte das Glarnerland zum Pionier in Sachen Arbeiterschutz. Mit dem «Aufruf der Arbeitervereine des Kantons Glarus an das Glarner-Volk» veröffentlicht der Neujahrsbote einen Text, der bis dahin kaum zur Kenntnis genommen wurde.

Wer noch nicht Abonnent des Neujahrsboten für Glarus Süd ist, kann ihn im Buchhandel oder direkt bei der Spälti Druck AG in Glarus ([email protected]) beziehen.