Neukonzession KLL kommt vor den Landrat

Der Landrat wird in den nächsten Sitzungen über eine Konzessionserneuerung der KLL entscheiden. Diese Konzession ist entscheidend für die Verwirklichung des Projekts „Linthal 2015“ der Axpo.



Langfristige Pläne mit dem Kanton Glarus: Raoul Abrecht von der NOK am Orientierungsabend zur Neukonzessionierung (Bildmontage: jhuber)
Langfristige Pläne mit dem Kanton Glarus: Raoul Abrecht von der NOK am Orientierungsabend zur Neukonzessionierung (Bildmontage: jhuber)

Die Schweiz läuft einer Stromknappheit entgegen. Dies wird von vielen Seiten verlautet. Die grosse Frage ist jedoch: „Wie die Schweiz in Zukunft zu mehr Strom kommt?“ Die Axpo sieht in der Erweiterung des Kraftwerks Linth-Limmern einen wichtigen Schritt und möchte das Projekt „Linthal 2015“ gerne verwirklichen.

Mit der KLL hat die Axpo noch eine Konzession vom Kanton die bis ins Jahr 2044 gilt. Um aber die grossen Investitionen von deutlich über einer Milliarde Franken wieder einzubringen, brauchen sie eine Konzession, die länger dauert als 37 Jahre. Sie möchte deshalb die laufende Konzession vorzeitig beenden, um eine neue Konzession zu erhalten, die wiederum 80 Jahre dauert. Über die Vergabe der Neukonzession wird der Landrat in den nächsten Sitzungen zu entscheiden haben. Aus diesem Grund organisierte die Kommission Konzessionserneuerung KLL einen Orientierungsabend für die Landräte im Soldenhoffsaal in der Landesbibliothek in Glarus. An dieser Veranstaltung referierten Raoul Albrecht, Leiter Asset Management NOK, Dr. Gilbert Schnyder, Berater des Kantons zur Heimfallverzichtsabgeltung, und Dr. Jakob Marti, Leiter Abteilung Umweltschutz und Energie.

Zukunftsprojekt

Albrecht ging bei seinem Referat vor allem auf das Projekt „Linthal 2015“ ein und zeigte, was die Axpo bereits im Hinblick auf die Verwirklichung des Grossprojekts unternommen hat. Die Neukonzessionierung ist dabei für die Axpo ein wichtiger Meilenstein, ohne den das Projekt deutlich in Frage gestellt wird. Das KLL wird mit den Baumassnahmen stärker die Funktion eines Pumpkraftwerks einnehmen. Das Werk wird also immer wieder schon genutztes Wasser in die höheren Reservoirs pumpen, um es später wieder nutzen zu können. Ein Pumpkraftwerk steht somit immer unter einem gewissen Risiko. Es rentiert nämlich nur, wenn das Wasser - zum Beispiel in der Nacht - deutlich billiger rauf gepumpt werden kann, als das Kraftwerk den erzeugten Strom produzieren kann. Dadurch in durch die Erweiterung der Anlange mit Investitionen von über einer Milliarde Franken braucht die Axpo eine längere Konzession für die Amortisation des Projektes.

Heimfall

Nach Ende einer Konzession fällt ein Kraftwerk wieder in die Hände des Kantons, der es dann entweder selber betreiben oder die Konzession wieder vergeben kann. Dieser so genannte Heimfall würde beim KLL erst im Jahre 2044 eintreten. Da aber die Axpo die Konzession bereits jetzt für die neue Konzession beenden will, muss der Kanton Glarus auf den Heimfall im Jahre 2044 verzichten. Dafür erhält der Kanton jedoch eine Heimfallverzichtsabgeltung. Da der Heimfall 37 Jahre vor dem Ende der Konzession geschieht, muss ein hypothetischer Betrag mit vorausgesetzten Zahlen und Annahmen errechnet werden. Der Berater für den Kanton Glarus, Dr. Gilbert Schnyder, erklärte, wie im Fall KLL gerechnet wurde und präsentierte einen Betrag von 122 Millionen als Hinfallverzichtsabgeltung. Er beteuerte mit Vergleichen von anderen Fällen, dass dieser Betrag für den Kanton sehr positiv zu werten ist. Natürlich sind hier noch einige Fragen, vor allem Betreff der Entwicklung des Strompreises, im Landrat genau zu klären. Eine weitere Frage wird sein, wie der Betrag an den Kanton ausbezahlt werden soll, ab einmalig oder in Raten oder ob der Kanton das Geld nutzen soll, um seine Anteile an der KLL zu vergrössern.

Umweltverträglichkeit

Bei einem Projekt in der Grösse wie „Linthal 2015“ muss auch der Umweltschutz und die Einflüsse auf die Natur betrachtet werden. Deshalb untersuchte eine Prüfungsbehörde des Landrates das Projekt auf seine Umweltverträglichkeit. Durch die Erweiterung des Muttsees und das neue Auffangbecken im Tierfehd beansprucht das KLL mehr Land und Fläche. Als Ausgleich zu dieser Erweiterung will die Axpo auf die Nutzung der Linthschlucht verzichten und wird in vier Kleinkraftwerken an der Linth Fischtreppen installieren. Durch diese Massnahmen wird die Natur nicht noch mehr beansprucht und belastet und auch die Fischbestände an der Linth sollen somit wieder vergrössert werden. Dr. Jakob Marti bestätigte, dass die Axpo in Bezug auf die Umweltverträglichkeit grosse Schritte unternommen hat und in manchen Bereichen eine Vorbildrolle einnimmt.

Die anwesenden Landräte hörten den Referenten aufmerksam zu und bekundeten mit kritischen Fragen, dass sie an einer weiteren Zusammenarbeit mit der Axpo Interesse zeigen, sich aber dennoch unbefangen mit der Problematik befassen. Die nächsten Sitzungen im Landrat werden zeigen, wo sich der Kanton Glarus in der Energiefrage hinbewegen wird.