Nicht verwendet und dennoch gut

NACHEGLEIT – eine etwas spezielle Fotoausstellung im Rysläuferhuus in Schwanden zeigt Bilder, welche in einem Buch nicht zum Einsatz kamen.




Wer einen 216 Seiten starken Bildband mit 174 Fotos und 17 Geschichten bzw. Porträts produziert, kann ein Lied davon singen, was es heisst, das Bildmaterial und auch die dazu geschriebenen Geschichten aus einem Berg an angehäuftem Material auszusuchen. Genau so ist es diesbezüglich dem Fotograf und Autor Markus Zünd ergangen, als er das Buch «SCHWANDEN am Sernf und an der Linth» anging und von der Planung in die gedruckte Realität umsetzte. So galt es, eine riesige Zahl an Fotos, welche er vorerst einmal auf die stattliche Zahl von immer noch rund 500 Stück reduzierte, auszulesen. 326 Fotos überstanden schlussendlich die letzte Auswahlrunde aus verschiedensten Gründen nicht, obwohl es an der Qualität dieser «Ausschussfotos» nichts herumzumeckern gab. Aber das ist wohl das Schicksal vieler Fotos, dass sie letztlich irgendwo ungenutzt in einem Archiv verschwinden.

Am vergangenen Freitag, 20. September 2013, gerade rechtzeitig zum Start der Schwander Kilbi, eröffnete um 19.00 Uhr der Verein gukum im Rysläuferhuus in Schwanden eine etwas spezielle Fotoausstellung. Speziell darum, weil sich die Vereinsverantwortlichen dazu entschlossen hatten, einen Teil jener Fotos zu zeigen, welche im bereits erwähnten Buch keinen Platz fanden. Fotos, die zwar nicht von minderer Qualität waren, aber dennoch ungenutzt im recht umfangreichen Privat-Fotoarchiv des Fotografen und Autors zu verschwinden drohten. Das Spezielle dieser Fotoausstellung zeigt sich zudem in einem weiteren Punkt: Die Bilder wurden nicht mit einem Fotodrucker auf hochwertiges Fotopapier ausgedruckt. Das ausgestellte Bildmaterial wird ohne verschönernde Bilderrahmung auf etwas dickerem Papiermaterial der Grösse A3 präsentiert. Der eigentliche Fotodruck erfolgte lediglich mit einem normalen Büro-Farblaser-Drucker. Genau so, wie man eben Bilder für eine erste Auswahl kostengünstig ausdruckt.

Thomas Schätti, Präsident des Vereins gukum, und Zünd Markus zeigten sich anlässlich der Eröffnung der Ausstellung mit dieser und mit der Art der Bilderpräsentation sehr zufrieden. Kein hochstehendes Ausstellungskonzept, sondern eher in der Art einer Werksausstellung, präsentierten sie die Fotoausstellung dem Eröffnungspublikum. Dieses schien an den Bildern sichtbar Gefallen gefunden zu haben, sind es doch Fotos, welche nicht nur übliche Dorfansichten zeigen. Für den Verein gukum als Ausstellungsorganisator und gleichzeitiger Verleger des Buches «SCHWANDEN am Sernf und an der Linth», aber auch für Markus Zünd, als verantwortlicher «Macher» des Bildbandes, ist die Ausstellung eine ideale Ergänzung zum Buch. Genau genommen ist die Ausstellung auch so etwas wie der definitive Abschluss eines doch immerhin rund fünf Jahre andauernden Projektes, welches man gemeinsam mit sichtbarem Ergebnis ins Ziel führte.