Niemand ist zu jung, um mutig zu sein

Auch dieses Jahr fand die 1.-August-Feier von Schwanden bei schönem Wetter auf dem Marktplatz, dem ehemaligen «Chilbiplatz» statt. Regierungsrat Kaspar Becker sprach in seiner eindrücklichen Rede von Mut, Weitblick, Menschenverstand und Verantwortung.



Wiederum ausgezeichnet organisiert und gestaltet wurde die Feier von der Harmoniemusik und dem Samariterverein Schwanden. Auch der reichhaltige Brunch fand bei den zahlreich erschienenen Festbesuchern begeisterten Anklang und wurde reichlich genutzt. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass durch die Harmoniemusik, einmal auch mit Regierungsrat Kaspar Becker verstärkt.  

Weitblick und Menschenverstand

In seiner eindrücklichen 1.-August-Rede sprach Regierungsrat Kaspar Becker, dass eine gewisse Angst oder Ohnmacht unser gesellschaftliches Klima präge und unsere Gesellschaft wie es ihm scheine fast ein wenig lähme. «Damit sich das ändert ist es notwendig, dass wir wieder mutiger werden und wenn auch nur im Kleinen unsere Spielräume vergrössern.» Er betont dabei ausdrücklich, dass niemand zu jung ist, um mutig zu sein. Leider werde, wie er weiter ausführte, immer wieder mit einer gewissen Angst gespielt. Sei dies in der Wirtschaft oder auch in der Politik. Angst vor einem sozialen Abstieg, vor etwas Fremden oder generell vor der Zukunft. Wir brauchen also eine gewisse Portion an Mut und ab und zu fehle uns leider auch die Bereitschaft zum Risiko. «Ich bin der Meinung, bei uns in der Schweiz ist es weniger die Angst, welche uns hindert mutig zu sein, sondern eher der Wohlstand.» Wir brauchen also nicht einfach mutige Leute, sondern solche mit Weitblick und gesundem Menschenverstand, und das in der Wirtschaft, der Politik, in den Familien und im täglichen Leben. Es brauche aber auch Menschen, welche uns wachrütteln, wie zum Beispiel die junge Greta aus Schweden, der bereits die halbe Welt zuhören, wenn sie besorgt über die Gefahren der Klimaveränderung spricht. «Was es dann aber wirklich bei diesen grossen Herausforderungen braucht sind realistische und umsetzbare Lösungsansätze. Lösungsansätze, die aber auch tragbar und zahlbar sind.» Es verlange zudem eine gewisse Offenheit und Kompromissbereitschaft von denjenigen, welche es lieber hätten, alles würde beim Alten bleiben, was aber mit Sicherheit nicht der Fall ist. Entweder verändern wir uns ständig oder wir werden dann zwangsweise verändert. «Ich persönlich bevorzuge die erste Variante!» Der Ausgang von jedem Abenteuer sei offen, sonst wäre es ja kein Abenteuer, betonte Becker weiter, denn das Leben sei ein Abenteuer. Nutzen wir also die Möglichkeiten und gestalten weiterhin unsere Schweiz und unseren Kanton Glarus, für uns und für unsere Nachkommen. «Sie verdienen mutige Vorfahren – wie wir diese auch erleben dürfen – mutige Eltern, denn dann werden auch sie mutig. Niemand ist zu jung, um mutig zu sein!»