Notfall: ein Schock!

Es ist Sommer. Wir gehen wieder nach draussen und geniessen die Sonne. Wir besuchen Festivals, schwimmen im Freibad und fahren mit dem Skateboard oder dem Velo. Dann passiert es: eine Biene sticht uns, wir übersehen eine Schranke und kollidieren oder wir stürzen schwer. Was nun, wenn wir allergisch auf den Stich reagieren? Oder was, wenn wir nach dem Sturz innerlich stark bluten?



Vereine des Samariterverbands Glarnerland bei einer kantonalen Übung (Bild: zvg)
Vereine des Samariterverbands Glarnerland bei einer kantonalen Übung (Bild: zvg)

Unter dem Motto «Mal ufä, mal abä» 

Die Vereine des Samariterverbands Glarnerland wurden zu einer kantonalen Übung nach Netstal eingeladen, an der eben jene Notfallszenarien behandelt wurden. Über 30 Teilnehmende erhielten dabei die Möglichkeit, an drei Posten ihr Wissen im Bereich der Schockarten aufzufrischen und ihre Fertigkeiten im Umgang mit Patienten zu verfeinern. Denn einen Schock zu erkennen ist, wie sich einmal mehr zeigt, nicht immer leicht. 

Am ersten Posten, geleitet von Yvonne Adank, präsentierte sich ein Patient mit diffusen Symptomen: Schwindel, Unwohlsein, Kopfschmerzen. Plötzlich kollabiert er und wird reanimationspflichtig. Während den Untersuchungen durch die Samariter stellt sich heraus, der Patient hat eine allergische Reaktion – ein anaphylaktischer Schock, eine Maximalreaktion seines Immunsystems. 

Ein ebenfalls nur scheinbar leicht verletzter Patient wurde am zweiten Posten, betreut von Cinzia Di Leo, vorstellig. Ein Skater, der mit einer Schranke kollidierte und stürzte. Im Verlauf der ersten Hilfe wurde aber schnell klar, dass da etwas mehr als nur die aufgeschürften Hände sein musste. Der Patient wies Symptome eines starken Blutverlustes auf – ein hämorrhagischer Schock. Die Verletzung allerdings hielt sich im Innern des Körpers verborgen. 

Wie erkennt man denn einen Schock? Und was geht in unserem Körper überhaupt vor sich, wenn wir denn einen solchen Schock erleiden? Am Posten von Vreni Kubli wurde das theoretische Wissen in genau diesem Bereich wieder aufgefrischt. So sind anatomische Kenntnisse und das Verständnis körperlicher Abläufe essenziell für das Handeln im Notfall. 

Im Anschluss an den lehrreichen Postenlauf gab es noch ein feines Dessert. Dabei konnten sich die Samariter aus den verschiedenen Vereinen im Kanton untereinander austauschen und profitierten so auch von anderen Sicht- und Herangehensweisen. Selbstverständlich durfte der aktuelle Klatsch und Tratsch bei viel Gelächter auch nicht fehlen. 

Die 144 trägt jeder bei sich 

Ob ein effektiver Volumenmangel durch eine starke Blutung oder eine ungünstige Flüssigkeits- und Blutverteilung, wie beim septischen oder anaphylaktischen Schock: dem Ausnahmezustand zugrunde liegt meist eine mangelhafte Sauerstoffversorgung von Geweben. Es handelt sich um einen Notfall, der rasche medizinische Hilfe erfordert. 

Samariterinnen und Samariter werden an monatlichen Übungen geschult, um eben diese Notfallsituationen erkennen und dementsprechend handeln zu können. Doch neben der Erfassung von Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung, zücken sie, die Notlage erkannt, ihr Handy und rufen den Rettungsdienst – etwas, das jeder tun kann und soll. 

Ein solcher Schock ist potenziell lebensbedrohlich und treffen kann es ein jeder. Doch zu wissen, dass es in unserer Bevölkerung Menschen gibt, die wissen, was in so einem Fall zu tun ist, beruhigt doch sehr. /ce