«Nur das Empfinden ist brutal»

Viele Geschenke, teures Essen und noch ausstehende Rechnungen – der Dezember geht ganz schön ins Geld. Das spürt man aber erst im folgenden Monat. Aber gibt es das ominöse «Januarloch» wirklich?



Die Erinnerungen an die Festtage sind noch frisch. Teilweise scheinen wir immer noch die feinen Speisen von Weihnachten und Silvester zu verdauen. Aber auch der Stress vor dem Fest ist uns noch präsent. Die langen Schlangen vor den Kassen, als wir noch unsere letzten Geschenke gesucht haben. Und erst im neuen Jahr können wir über die Bücher gehen und sehen, was uns der ganze Spass gekostet hat. Bleibt da im Januar noch genug übrig? Droht uns das Januarloch?

Wieder auf Normal-Niveau

Für den Präsidenten der Detaillisten des Kantons Glarus, Christoph Müller, ist die Antwort klar: Nein. «Der Januar ist nicht der umsatzschwächste Monat.» Man könnte aber den Eindruck haben nach dem Dezember, dem stärksten Monat im Jahr. Vor allem rund um die Festtage läuft in allen Geschäften der ganze Betrieb auf Hochtouren. Da ist nach dem ganzen Weihnachtsstress der Schock gross, wenn es wieder normal läuft. «Die Empfindung ist brutaler, als es die Zahlen belegen.» Nach dem Hoch im Dezember pegelt sich das Niveau wieder auf Normal ein.
Ähnlich sehen es auch die «Grossen» Coop und Migros. «Es wird immer wieder vom Januarloch gesprochen, aber ein solches gibt es eigentlich nicht», meint dazu Monika Weibel, Mediensprecherin von Migros. Aufgrund weniger Verkaufstage könnte man eher von einem Februarloch sprechen, ergänzte Nicolas Schmied, Mediensprecher von Coop. Auch stellten beide Unternehmen nicht fest, dass die Kunden im Januar vermehrt zur Billiglinie (M-Budget oder Prix-Garantie) greifen würden. «Das Kaufverhalten ist im Januar nicht anders als im übrigen Jahr.»

Zusätzliche Angebote

Mit dem Ausverkauf bietet der Januar im Gegenteil einen weiteren Anreiz zur Konsumation und steigert dabei auch die Kundenfrequenz. «Ein Januarloch gilt es dabei jedoch nicht zu stopfen», meinte Schmied. Weiter machte Weibel darauf aufmerksam, dass vermehrt Geschenkgutscheine unter dem Christbaum liegen. «Diese werden dann ebenfalls im Januar eingelöst.»
Auch das Thema Steuern ist nach Müller nicht mehr bedeutend, da viele diese nicht mehr am Ende des Jahres bezahlen. «Zwar geben die Menschen während den Festtagen mehr aus, in diesem Zeitrahmen erhalten sie aber auch Gratifikationen oder den 13. Monatslohn.» Beides halte sich somit in etwa in der Waage.
Auch wenn es nach dem Weihnachtsstresse in den Glarner Geschäften wieder ruhiger zu und her geht, ein Loch klafft definitiv nicht im Januar.