«… nur Mandrindli wachsed kei!»

Alles andere wäre vorhanden, sodass der Samichlaus nicht mehr alleine im Wald hausen müsste, sondern zu einer aufnahmewilligen Familie ins Dorf ziehen könnte. Aber, so der würdige, rotgewandete Mann, dürfen dann die sieben Schmutzlis auch mitkommen?



Mit diesen wackeren Gesellen hat er nämlich den beschwerlichen, weiten Weg durch den Wald unter die Füsse genommen und ist nach Oberurnen gekommen. Bereits in den Tagen zuvor hatten die Kinder aus Oberurnen ihre Sprüche gelernt und wunderschöne Räbäliächtli und Laternen und Iffelen gestaltet. Angeführt von der Treichlergruppe zogen sie an den zahlreichen Schaulustigen vorbei in die Weid und empfingen dort den Samichlaus mitsamt seinen Schmutzlis im Dorf.

Dicht an dicht stand man anschliessend auf dem Kirchenplatz, wo die Kinder bravourös in Versform dem rotgewandeten Mann erklärten, weshalb sie seinen Besuch kaum erwarten konnten und welche Fragen zu seiner Person Jahr für Jahr ungeklärt bleiben. Oder ihn eben auch einluden, während des Jahres im Dorf zu wohnen. Nach dem Abschlusslied, wie jedes Jahr virtuos begleitet von Kurt Zwicky auf der Handorgel, gab es für jedes Kind einen feinen Grittibänz.

Die Bläsergruppe der Musikgesellschaft Oberurnen übernahm und setzte mit stimmungsvoller Musik einen weihnachtlichen Akzent. An zahlreichen Ständen konnten die Anwesenden sich mit wundervoll gearbeiteten Weihnachtsgeschenken, schönen Bildkarten, oder auch einer heissen Bratwurst vom Grill eindecken. Ganz im Sinne der Bedeutung von Weihnachten als Fest der (Nächsten-)Liebe verkauften Schülerinnen und Schüler zugunsten der Ebola-Opfer feine Bretzeli. Am knisternden Feuer mitten auf dem Marktplatz konnte man einen Glühwein trinken, ins Gespräch kommen und den Abend geniessen.

Herzlichen Dank dem Verkehrsverein Oberurnen für die tolle Organisation dieses wunderschönen Anlasses.