Nur Zusammenarbeit führt im Tourismus schlussendlich zum Erfolg

Das Berghotel Bischofalp realisiert momentan auf 1650 m ü.M. – trotz alles Anderem als optimalen Bedingungen – ein ehrgeiziges Bauprojekt. In diesem Sommer baut es seine Zimmer- und Bettenkapazität kräftig aus. Von bisher sieben Zimmern mit 22 Betten auf künftig 17 Zimmer mit 42 Betten. Eine Teileröffnung soll möglichst bis zum Weihnachtsgeschäft 2026 erfolgen, der Rest dann auf Beginn der Sportferien 2027. Das Aktienkapital beträgt neu Fr. 2,12 Mio., die Zahl der Aktionäre ist auf erfreuliche 286 gestiegen.

 



Ein zielstrebiger Verwaltungsrat als Taktgeber (Bilder: willi baumgartner)
Ein zielstrebiger Verwaltungsrat als Taktgeber (Bilder: willi baumgartner)

Weil nicht sicher war, ob die Zufahrt nach rund zehnwöchiger Sperre zum Berghotel Bischofalp durch das Beschneiungsprojekt «Futuro» möglich war, musste die 12. GV der Alp Bischof Tourismus AG, Elm, im Gemeindehaussaal in Elm durchgeführt werden. VR-Präsident Sämi Hefti durfte dabei 62 Aktionäre (mit 1069 Aktienanteilen) – darunter auch einige der 96 Neuaktionäre mit einer grosszügigen Aktienzeichnung von Fr. 620 000.–, Darlehensgeber und Sponsoren, begrüssen.
In seinem Rückblick über die Winter- und Sommersaison wurde deutlich, dass ein euphorischer Start mit jeweils ausgezeichneten Bedingungen am Schluss mit einer grossen Ernüchterung endete. Trotzdem strich der VR-Präsident heraus, dass der Winterwanderweg und der Schneeschuh-Trail ebenso im Trend sind wie etwa die Wildspezialitäten oder die musikalische Unterhaltung am letzten Sonntag im Monat.

Es lief nicht alles rund

«In der Planung waren wir hervorragend unterwegs», so Baupräsident Thomas Stocker, Verwaltungsrat der Alp Bischof Tourismus AG. «Auch die Ausschreibungen, Baubewilligungen und Vergabe der Arbeiten (meistens an Firmen im Kanton Glarus) verliefen ziemlich reibungslos. Der unfallbedingte Wechsel des Architekturbüros kostete dann aber Zeit und Nerven. Damit die rund sechs Wochen Rückstand (nach eigentlich zuversichtlichem Start) aufgeholt werden können, brauche es einen Riesenaufwand aller am Bau Beteiligten (ab August auch Samstagsschichten)». Nebst der umfassenden Berichterstattung/Präsentation der Bauarbeiten – mit einer eher schwierigen Sommersaison auf der Terrasse – bedankte er sich vorab bei der Marti AG und den involvierten Installateuren für ihren guten Job.

Nie im internationalen Tourismus gross auftrumpfen

Kleine Destinationen wie Elm und Braunwald werden nie in der obersten Liga mitspielen, aber können mit speziellen regionalen Angeboten zulegen. Nur mit den paar wenigen Wochen Hauptsaison im Winter und Sommer kann keine Bergbahn, kein Hotel oder Restaurant rentabel sein. Die Sommerzeit wird immer wichtiger. Es braucht grosse Anstrengungen und Unterstützung, um nachhaltige Projekte zu fördern und zu realisieren – und keine Querelen. Der VR ist überzeugt, dass sich die Strategie mit der Erweiterung des Hotelbetriebes und mit mehreren Sommerangeboten auf Kurs befindet.
VR Prof. Norbert Hörburger, Dozent an der Tourismus-Hochschule in Chur, zeigte in seiner Präsentation zur zukunftsorientierten Planung für nachhaltigen Tourismus Punkte auf, wie Massnahmen (Ausgangslage und strategische Einordnung) für das Berghotel Bischofalp aussehen. Besonders Bezug nahm er u.a. auf das Stärken- und Schwächenprofil (einzigartige Lage/beschränkte Erreichbarkeit), die Zielbildung (als Berggenuss-Hotel) und Positionierung, aber auch die Strategie (wirtschaftliche Zielsetzung/Marketing und Kommunikation) und Umsetzung (weg vom Klein- zum Mittelhotel).

Der Fokus ist nach vorne gerichtet

Dass trotz der erwähnten Widrigkeiten nach Finanz- und Steueraufwand noch ein Gewinn von Fr. 5729.– zu Buche steht, ist an diesem Nachmittag, wo die statutarischen Traktanden alle einstimmig gutgeheissen wurden, eine erfreuliche Randnotiz.
Mit dem Erweiterungsbau, welcher nebst der Zimmeraufstockung auch den Bau eines Frühstücksraums und einem kleinen Wellnessbereich mit Sauna und Ruheraum vorsieht, wird nicht nur mehr Komfort für Gäste geschaffen, sondern auch eine Stärkung des Tourismus in Elm erzielt.