Ökotipp des WWF Glarus zum Konsum von Bio-Produkten

Der Biomarkt wächst weltweit. Auch in der Schweiz. Hierzulande hatten Biolebensmittel 2015 einen Marktanteil von 7,7 Prozent am gesamten Lebensmittelmarkt. Das entspricht 2323 Milliarden Schweizer Franken und einer Umsatzsteigerung von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Schweiz werden 137 000 Hektaren (etwa 13%) biologisch bewirtschaftet. Die Nachfrage nach Produkten in Bioqualität ist jedoch noch grösser. Mit Recht, wie der WWF findet.



Die Prinzipien des biologischen Landbaus umfassen Gesundheit, Ökologie, Gerechtigkeit und Sorgfalt. Sowohl der Boden wie auch Tiere, Pflanzen und Menschen werden als Akteure eines Systems angesehen, und ein Betrieb entsprechend so geführt, dass dabei kein Aspekt zu kurz kommt. Dies mit der Absicht, die Gesundheit und das Wohlbefinden der jetzigen und kommenden Generationen zu bewahren und die Umwelt zu schützen. Konkret bedeutet dies, dass ein zertifizierter Biohof als Ganzes nach den Anforderungen der Bioverordnung produziert. Wenn aber Produkte zugekauft werden, müssen diese ebenfalls den biologischen Produktionsansprüchen genügen.

Kein Giftcocktail im Bio-Gemüse

Biobauern verzichten weitgehend auf Pflanzenschutzmittel und vollständig auf chemisch-synthetische Pestizide, Wachstumsregulatoren und Mineraldünger. Das hat zur Konsequenz, dass die meisten biologischen Produkte weniger Pestizidrückstände aufweisen. Bei Biogemüse und -obst liegen die Werte durchschnittlich um ein Vielfaches tiefer als bei solchen aus konventionellem Anbau (je nach Studie bis zu 180-mal tiefer). Auch die Bauern profitieren gesundheitlich, da sie weniger häufig mit bedenklichen Pestiziden in Kontakt kommen. Zusätzlich begünstigt der geringe Einsatz von Pestiziden die Biodiversität: Seltene Ackerflora, Blütenbestäuber und Vögel profitieren besonders von der umweltschonenden Bewirtschaftung. Ein weiterer positiver Nebeneffekt sind Auswirkungen auf Ackerböden – so steigt etwa die Fruchtbarkeit, während die Stabilität und Anpassungsfähigkeit verbessert werden.

Es geht auch ohne unnötige Medikamente

Für ein verbessertes Tierwohl sorgt Bio, indem Auslauf- oder Weidehaltung vorgeschrieben wird. Konkret heisst das, dass sich Nutztiere ausserhalb des Stalls oder auf Gras bewegen können. Für die Behandlung im Krankheitsfall sind diverse Medikamente verboten oder nur im Ausnahmefall erlaubt, wenn alternative Behandlungsmethoden nicht zur Verfügung stehen oder keine Wirkung zeigen. Antibiotika etwa dürfen nur eingesetzt werden, wenn sanftere Methoden keine Heilung bringen. Diese Regelung wurde erst kürzlich verschärft: Ab 2017 dürfen Betriebe, die nach den Richtlinien von Bio Suisse arbeiten, für die Erstbehandlung keine Mittel aus kritischen Wirkstoffgruppen mehr verwenden.

Bio ist also fairer für alle – für die Natur, die Tiere und folglich auch für uns Menschen. Deshalb empfiehlt der WWF, Bio-Produkte zu kaufen.