Performance mit dem Toni Sax Quartett und Emanuel Michaud

Grosse weisse Quader, Wohntürmen, dann wieder Mauern nicht unähnlich, dazwischen schmale Wege – das die aufs Kargste reduzierten Begegnungsfelder für das Toni Sax Quartett, dessen Spielende unter weissen Schleiern bewegend spielten sich ganz selten als Gruppe zusammenfanden, häufig, aus dem Hintergrund heraus, gestalteten. Es klang enorm gefühlsbetont, zuweilen verträumt, verspielt, keck, dann wieder gar schroff und schrill auf.




Die weissen, verschieden intensiv angeleuchteten Kuben wurden fast pausenlos, stets behutsam und einer Neuordnung verpflichtet, umgeschichtet, neu gefügt, andere Wege und Orte des Verharrens schaffend. Das bedingte neue Bewegungsabläufe, andersartige Wegwahl. Es ergab sich ein hoher Grad an ungewohnt Spannendem. Wer findet sich neu zurecht, ordnet sich anders ein? Wie fallen Bewegen und Interpretieren aus? Mit riesiger Leichtigkeit wurde alles gemeistert.

Langsamkeit, zeitlupenähnlich, wechselte mit hurtigem Einherschreiten, mit Auftauchen und Entschwinden in diesem Gewirr an Einengendem, Einschränkendem. Das und anderes waren Elemente dieser spannenden, wechslungsreichen Performance. Deren Gliederung weckte durchaus Neugierde auf noch Kommendes. Bild fügte sich an Bild, ohne Hektik, dem sehr fordernden Interpretieren verpflichtet. Es gedieh zu einer musikalischen Erzählung mit grossem Inhalt, gefüllt mit Spannung, Bedachtsamem, Stürmischem, Sanftmut, leicht Behäbigem, Macht, Forderndem.

Alles fügte sich, wuchs, war zueilen übermächtig gross, dann wieder eingrenzend. Man folgte dem bewegenden Interpretieren mit verständlicher Spannung. Als Zuschauer und Hinhörender war man privilegiert, aus Distanz und ganz entspannt konnte man das fordernde Interpretieren mitvollziehen.