Perikles Monioudis – Demokratie ist ein Prozess und kein Zustand

Der Glarner Schriftsteller Perikles Monioudis hat von der Anna Göldi-Stiftung den Auftrag erhalten, ein zeitgemässes Theaterstück über Anna Göldi zu schreiben. Glarus24 hatte kurz Gelegenheit mit dem Autor über dieses Theaterstück, aber auch seine weiteren Pläne zu sprechen.



(Foto: Dana Grigorcea)
(Foto: Dana Grigorcea)

glarus24: Sie waren die letzten drei Tage in Solothurn an den Literaturtagen. Darf man Fragen, was der Grund dieses Besuches war?

Perikles Monioudis:Ich wurde eingeladen, am Samstag mit einem amerikanischen Professor und mit Zoe Jenny über die Schweizer Literatur und deren Wirkung in den USA zu diskutieren sowie am Sonntag aus meinem neuen Roman „Land“ zu lesen, der Ende August im Ammann Verlag erscheinen wird. Ich bin für die sehr gute Aufnahme meines neuen Romans „Land“ an den Solothurner Literaturtagen dankbar.


glarus24: Zurzeit ist im Glarnerland Anna Göldi ein Thema, welches die Bevölkerung praktisch in zwei Lager teilt. Sie haben nun den Auftrag erhalten, ein Theaterstück über Anna Göldi zu verfassen. Wer war Ihr Auftraggeber, und hat man Ihnen klare Vorgaben gemacht?

Perikles Monioudis: Nach einem Auswahlverfahren wurde ich von der Anna-Göldi-Stiftung mit dem Verfassen des Stücks beauftragt. Darüber freue ich mich sehr, bin ich doch am Sonnenhügel, der viel früher Galgenhügel hiess, aufgewachsen. Der Stoff fesselt mich, ich arbeite mit Freude am Festspiel.

Weder der Göldi-Stiftung noch mir geht es mit dem Stück darum, unserer Regierung, unseren Gerichten, unserem Parlament, also uns Glarnern selbst am Zeug zu flicken. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die DAMALIGE Obrigkeit, die, vom Tschudi-Clan dominiert, wider jede Vernunft - und vom Rest der Welt bemitleidet – die Magd Anna Göldi beseitigt hat. Als Glarner, die wir längst in einer Zivilgesellschaft, in einem stabilen Rechtsstaat leben, müssen wir alle gemeinsam weiterhin die Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Auf dass politische Willkür bei uns keinen Ort hat. Denn Demokratie ist ein Prozess und kein Zustand. Wenn wir uns mutig unserer Vergangenheit stellen, können vielleicht andere von uns lernen.

glarus24: Können Sie uns einen kurzen, ersten Eindruck in das Stück geben, und wann sind Sie soweit, dass mit den Proben begonnen werden kann?

Perikles Monioudis: Das Stück ist im Entstehen begriffen. Ich folge den zeitlichen Vorgaben der Stiftung, die dazu einen Regisseur, einen Produktionsleiter und einen technischen Leiter engagieren wird. Ich kann den Glarnerinnen und Glarnern ein Spektakel versprechen, das sowohl ernst als auch heiter ist und sie anrühren wird. Beste Unterhaltung, bei aller Schwere des Themas.

glarus24: Anna Göldi ist ja sicher nicht Ihr einziges Projekt. Können Sie uns etwas über Ihre nächsten Pläne erzählen? Ist ein neues Buch in Arbeit, und wenn ja, ist die Handlung wieder im Glarnerland angesiedelt ?

Perikles Monioudis: Mein Kriminalroman „Freulers Rückkehr“, der vor zwei Jahren erschienen ist, kommt in wenigen Wochen auch als kostengünstiges dtv-Taschenbuch heraus. Ich hoffe nun, mit der Taschenbuch-Ausgabe viele weitere, auch jüngere Leser gewinnen zu können. "Freulers Rückkehr" ist dieser Tage bereits als Hörbuch erschienen.

glarus24 hat begonnen, bei Neuerscheinungen oder kürzlich erschienenen Werken den Besuchern unserer Onlinezeitung mit kurzen Leseproben das Buch schmackhaft zu machen. Wäre das auch etwas für Sie?

Perikles Monioudis: Ja, gern.

glarus24 bedankt sich für dieses äusserst interessante Gespräch und freut sich mit Monioudis bei seinem nächsten Besuch im Glarnerland ein weiteres Gespräch führen zu können. Auf jeden Fall sind wir sehr auf seinen neuen Roman „Land“ gespannt.