PFAS in den Glarner Böden nachgewiesen

Erste punktuelle Messungen zeigen, dass die Böden im Glarnerland die sogenannten Ewigkeitschemikalien PFAS aufweisen. Die Messkampagne wird nun ausgeweitet, um die Belastungen besser eingrenzen zu können.



PFAS können auf verschiedene Weise in die Umwelt und u. a. die Gewässer gelangen • Foto: Keystone-SDA
PFAS können auf verschiedene Weise in die Umwelt und u. a. die Gewässer gelangen • Foto: Keystone-SDA

Im laufenden Jahr hat der Kanton Glarus eine erste Messkampagne zu Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) in Böden durchgeführt. Die Abteilung Umweltschutz und Energie hat dabei Proben in allen drei Gemeinden entnommen und im Labor analysieren lassen. Die Standorte sind aufgrund von möglichen Belastungen aus unterschiedlichen Quellen ausgewählt worden. PFAS können beispielsweise aufgrund industrieller Verwendung insbesondere in der Textilindustrie, durch Löschschaum bei Bränden oder Brandübungsplätzen oder durch Ausbringen von mit PFAS-belastetem Klärschlamm auf Landwirtschaftsböden in die Umwelt gelangen.

PFAS nachgewiesen, Untersuchungen gehen weiter

Bei allen Proben konnten PFAS im Oberboden nachgewiesen werden. Punktuell ist man auf erhöhte Belastungen mit PFAS im Vergleich zur Hintergrundbelastung in Schweizer Kulturland, gestossen. Die Ursache für die Belastungen sind vielfältig. Um die gefundenen Belastungen im Oberboden besser eingrenzen zu können, werden die Messkampagnen ausgeweitet und weitere Proben genommen. Für Böden existieren derzeit keine Grenz- oder Richtwerte. Grenzwerte bestehen lediglich im Lebensmittelbereich. Ein Rückschluss der Bodenproben auf die Lebensmittelproduktion ist vorerst nicht angezeigt. Untersuchungen von Oberflächengewässern und Grundwasser haben keine Auffälligkeiten gezeigt.

Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit ist parallel dabei, Lebensmittel aus der Glarner Milchproduktion auf mögliche Belastungen mit PFAS zu untersuchen. Dies dient als Ergänzung zur national durchgeführten Untersuchung zu PFAS in Lebensmitteln. Erste Resultate dieser Untersuchung werden Anfang 2026 erwartet.

Untersuchungen aus dem Jahr 2024 im Walensee haben gezeigt, dass in allen Fischen PFAS nachgewiesen werden konnten. Die Konzentrationen von PFAS in den beprobten Fischarten Felche, Hecht, Rotauge, Egli und Trüsche lag deutlich unter den gesetzlichen Höchstwerten.

Die Abteilung Umweltschutz und Energie, das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit sowie die Abteilung Landwirtschaft stehen in engem Austausch miteinander und informieren zeitnah über die weiteren Resultate.