Philatelistisches Grossereignis in Näfels

Vom 13. bis 15. September findet in der lintharena die nationale Briefmarkenausstellung GLABRA 2013 statt. Der Glarner Philatelisten Club hat sich einmal mehr Grosses vorgenommen. Nach Lugano 2011 organisiert er wieder eine Stufe-II-Ausstellung. Philatelisten und geschichtlich Interessierte werden an dieser Ausstellung Schätze entdecken können, die man so schnell nicht wieder sieht.




Die 90 ausgestellten Sammlungen in 700 Rahmen werden die gesamte lintharena in Beschlag nehmen. Das Organisationskomitee hat die Vorbereitungen weitgehend abgeschlossen. Das geschickte Ausstellungskonzept und der illustrative Ausstellungskatalog werden jedem Besucher den Zugang zur Briefmarkenwelt erleichtern. Viele Philatelisten werden an diesen Grossanlass pilgern, um die fein säuberlich aufgezogenen Sammlungen zu bestaunen oder bei einem der 27 anwesenden Händlern etwas Fehlendes für die private Sammlung zu finden. Drei Postverwaltungen sind vertreten, die Schweizerische Post, die Liechtensteinische Post und die UNO-Postverwaltung.

Natürlich gibt es auch etliche Baslertäubchen zu bestaunen. Aber bis eine Sammlung für eine Ausstellung reif ist, braucht es neben gutem Material zuerst mal umfangreiche Recherchen über ein Thema. Dieses kann postgeschichtlich oder thematisch sein. Die Juroren wollen einen roten Faden sehen. Das ist auch gut so, sonst findet sich der Betrachter nicht zurecht und das wäre schade, um die grosse Arbeit, die der Philatelist auf sich nimmt. Was der Markensammler interessant findet, kommt beim Publikum nicht automatisch gut an. Der Aussteller tut gut daran, seinen Inhalt spannend darzustellen, um in die Kränze zu kommen. Wie viel Arbeit hinter den mehr als 8000 Ausstellungsblättern steht, kann man nur erahnen. 75 Sammlungen sind in Konkurrenz präsentiert, das heisst, versierte Juroren verteilen Noten, und wer Glück hat, der kann dann in die höchste Stufe I aufsteigen.

Ein Prunkstück der Ausstellung wird zweifellos die Sammlung von Hans Zweifel sein, welche die ersten Briefmarken zeigt, die die ersten 10 Länder herausgegeben haben. Diese aussergewöhnliche Sammlung ist noch nie präsentiert worden. Die Black Penny – die erste Briefmarken der Welt – erblickte am 6. Mai 1840 das Licht der Welt in Grossbritannien mit dem Kopf der Königin Victoria und hatte einen Wert von einem Penny in Schwarz und 2 Pence in Blau. Spannend wird es auch für die Jugend, dazu braucht es nicht die teuersten Belege und Marken. Am Jugendcorner wird auf spielerische Art das Thema Briefmarke zum Erlebnis.

Im eigens eingerichteten Glarner Salon werden zahlreiche weitere Sammlungen zu sehen sein, die insbesondere das Glarner Publikum interessieren dürften. Alte Ortsansichten auf Ansichtskarten, schön sortiert nach Gemeinden, erfreuen erfahrungsgemäss viele Liebhaber. Glarner Postwege in alle Welt, das Glarner Eisenbahndreieck, die Verwendung der Strubelausgaben im Glarnerland, sind Themen, die nicht nur Philatelisten interessieren.