Politik und Wirtschaft gehen Hand in Hand durch die Krise

Die Regierung des Kantons Glarus schnürt ein eigenes Hilfspaket für Härtefälle wegen der Corona-Krise. Dies in enger Zusammenarbeit mit der Glarner Wirtschaft.



Die aktuelle Corona-Situation betrifft nicht nur die Bevölkerung mit Ansteckung und Krankheit, sondern auch die Wirtschaft, hier dürfen gewissen Betriebe auf Anordnung des Bundes gar nicht mehr produzieren, andere warten auf ihr Material oder auf Aufträge aus dem Ausland. Hier hat der Bund bereits Mittel und Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Kurzarbeit aufgegleist. Der Kanton Glarus folgt hier nun mit einem Hilfspaket von rund 12,5 Millionen Franken nach. Ziel der Unterstützung ist es, bei Härtefällen, bei denen zum Beispiel auch die Hilfe des Bundes nicht oder unzureichend greift, Hand zu bieten, um gemeinsam die schwere Zeit zu überstehen. «Der Fonds richtet sich vor allem an Selbstständige sowie kleine oder kleinere Unternehmen», führt dazu Regierungsrätin Marianne Lienhard aus. Zudem rief sie die Bevölkerung auf, Rechnungen möglichst rasch zu bezahlen, damit die Betriebe über genügend liquide Mittel verfügen. Dies werde auch der Kanton berücksichtigen, betonte Finanzdirektor Rolf Widmer. Zudem werde der Kanton grosse Kulanz bei selbst gestellten Rechnungen wie auch bei den Steuern walten lassen. Die Lösungen des Kantons begrüssten im Namen der Glarner Wirtschaft die Vorstände der Glarner Handelskammer, Präsident Peter Rufibach, sowie des Gewerbeverbandes des Kantons Glarus, Präsident Sepp Kubli. «Wir haben hier eine schnelle und professionelle Lösung gefunden. Ob das reicht, hängt nun aber auch davon ab, wie lange diese besondere Lage andauern wird», erklärte dazu Rufibach. Das wichtigste Ziel hierbei muss es, laut Renzo Davatz, CEO Kraussmaffei Highperformance (aka Netstal Maschinen), sein, dass die Substanz der Unternehmen erhalten bleibt. «Genauer gesagt, die Mitarbeiter mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen», damit die Unternehmen nach der Krise wieder erfolgreich wirtschaften können. «Der Erhalt der Arbeitsplätze im Glarnerland muss das Ziel all dieser Bemühungen sein.»

Ein stark betroffener Bereich sei auch die Kultur und der Sport, meinte Regierungsrat Benjamin Mühlemann. «Das Vereinsleben ist praktisch zum Erliegen gekommen. Vielleicht sieht man erst jetzt, was dies für unseren Kanton wirklich bedeutet.» Sein Departement sei hier nun beschäftigt, das Hilfspaket des Bundes im Kanton Glarus zu verteilen und zu erkennen, wo Ausfallsentschädigungen fliessen müssen. Mühlemann rechnet hier mit rund 300 000 Franken, die im Kanton Glarus wohl gesprochen werden. Zudem prüfe man auch, wie die bereits gesprochenen Mittel aus dem Lotteriefonds eingesetzt werden.

Ansonsten hat Landammann Andrea Bettiga das Gefühl, dass das Glarnerland die Lage so im Griff habe, wie man sie im Griff haben kann. Die Fallzahlen stiegen nicht sprunghaft an, und die Kapazitäten sind bei Weitem nicht erschöpft. «Die Situation verlangt von vielen sehr viel ab, es wird aber hervorragende Arbeit geleistet und die meisten haben den Ernst der Lage erkannt.»