Politisches Erdbeben im Regierungsrat

Eine faustdicke Überraschung bei den Gesamterneuerungswahlen des Regierungsrats des Kantons Glarus. Mit Christine Bickel wurde seit über 20 Jahren zum ersten Mal ein bisheriges Mitglied nicht wiedergewählt. Frisch in das Gremium einziehen werden künftig Marianne Lienhard (SVP) sowie Benjamin Mühlemann (FDP).



Der frischgewählte Regierungsrat für die Legislatur 2014–2018. (Bild: ehuber)
Der frischgewählte Regierungsrat für die Legislatur 2014–2018. (Bild: ehuber)

Keine Regel ohne Ausnahme: Das ungeschriebene Gesetz im Kanton Glarus, dass ein bisheriger Amtsträger immer in seinem Amt bestätig wird, hatte am Superwahlwochenende 2014 für einmal keine Gültigkeit. Nach nur einer Amtsperiode muss Christine Bickel ihren Sitz im Glarner Regierungsrat räumen. Zwar hat sie das absolute Mehr erreicht, konnte aber von allen sechs Kandidaten am wenigsten Stimmen für sich verbuchen. Aufgrund von technischen und organisatorischen Problemen in Glarus Nord mussten sich aber alle Kandidaten in Geduld üben, bis knapp vor 19.00 Uhr die definitiven Ergebnisse vorlagen. Die FDP konnte dabei den Sitz von Marianne Dürst erfolgreich verteidigen. Benjamin Mühlemann erhielt dabei mit 6303 Stimmen fast 600 Stimmen mehr als Bickel. Noch besser schnitt Marianne Lienhard (SVP) mit 7373 Stimmen ab. Damit ist die SVP-stärkste Fraktion im Glarner Landrat – seit 2008 wieder in der Regierung vertreten, welche nun gänzlich in bürgerlichen Hand ist.

Weniger überraschend die Ergebnisse der anderen Bisherigen: Landammann Andrea Bettiga (FDP) konnte mit 9321 Stimmen am meisten Punkte für sich verbuchen, gefolgt von Rolf Widmer, CVP (8900) sowie Röbi Marti, BDP (7519).