Pro Infirmis Glarus – Beratungen, Hilfen, Beistandschaften

Die Pro Infirmis Glarus ist eine jener Institutionen, die im Stillen tätig ist und für die Ratsuchenden unter Wahrung des Persönlichkeitsschutzes viel Wertvolles, Sinnbringendes und Willkommenes leistet. Der Jahresbericht 2018 liegt vor und gestattet Einblicke in die geleistete Arbeit. Fridolin Luchsinger präsidiert die Kantonalkommission, der kantonalen Geschäftsstelle steht Stefan Kühnis als Leiter vor. Stefanie Büchel Steiner ist fürs Begleitete Wohnen und die Sozialberatung in leitender Funktion zuständig und Irene Lehmann-Fäh ist Gesamtverantwortliche für den Bereich Erwachsenenbildung. Die Geschäftsstelle befindet sich an der Burgstrasse 15 in Glarus und ist unter Telefon 058 775 16 16 oder [email protected] erreichbar.




Dass Selbstbestimmung in unserem Alltag eine zentrale Bedeutung hat, ist eine Selbstverständlichkeit. Im Jahresbericht ist aufgezeichnet, welchen Beitrag die Pro Infirmis auf diesem Weg für Menschen mit einer Behinderung geht. Dies bedingt Einfühlsamkeit, behutsames Begleiten und eine verständliche Beharrlichkeit.

Irene Lehmann-Fäh, Leiterin des Bildungsklubs, zeigt auf, dass wir alle das Bedürfnis haben, in den eigenen vier Wänden leben zu können, eigenständig entscheiden, was zu tun oder zu lassen ist, mit wem ich zusammen bin. Wohnen ist eine Form des Zurückziehens, ist Gelegenheit des freien Gestaltens. Auch Menschen mit gewissen Einschränkungen haben diese Bedürfnisse, unabhängig von ihren Beeinträchtigungen. Es existiert ein Lehrgang mit dem Titel «Selbstvertretung», ein Angebot von Pro Infirmis Glarus und Graubünden. Es geht um selbstbestimmtes Leben in allen Bereichen. Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer haben gelernt, mit Geduld und Beharrlichkeit diesen Weg anzugehen. Irene Lehmann erwähnt in ihren Ausführungen, dass man gemeinsam fast ein Jahr unterwegs gewesen und der Wunsch nach Weiterführung deutlich angebracht worden sei. So wurde Ende September des vergangenen Jahres mit elf Teilnehmenden und zwei Leitenden weitergemacht. Man begann mit der praktischen Umsetzung der Erfahrungen. Das Thema «Behinderung» wird erlebbar, wird vorgelebt. Es wird von gar Erfreulichem, auch Belastendem geschrieben.

Mit einem weiteren Berichtteil wird auf Beeindruckendes hingewiesen. Beinahe 320 Personen und deren Angehörige haben sich beraten lassen, dafür wurden exakt 4185 Stunden aufgewendet. Auf Kurzberatungen für 821 Personen entfallen 145 Stunden. Erwähnt ist die Sozialberatung für die Rheumaliga Glarus. Der Gesamtaufwand für 43 Beistandschaften macht 940 Stunden aus. Im Rahmen finanzieller Direkthilfen wurden leicht mehr als 100 Gesuche mit 122 000 Franken erledigt. Beinahe 930 Stunden entfallen auf die Bereiche Fachberatung und Öffentlichkeitsarbeit. Mit 1000 Stunden ist der Aufwand für 34 Personen beim begleiteten Wohnen aufgeführt. Und im Bildungsklub für Erwachsene konnten 28 Kurse mit total 244 Teilnehmenden angeboten werden.

Die Aufgabenbereiche sind sehr fordernd. Dass man auf Unterstützungen von dritter Seite sehr angewiesen ist, versteht sich wie von selber. IV-Beiträge, Erträge aus Dienstleistungen und Zuwendungen von Kanton und Gemeinden sind Teil der gesamten Betriebsrechnung.

Und auf der letzten Seite des gefällig aufgemachten Jahresberichts sind alle aufgeführt, die sich in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Pro Infirmis (Kantonalkommission, Geschäftsstelle, Sozialberatung, Begleitetes Wohnen und Erwachsenenbildung) verantwortungsbewusst, kompetent und engagiert einsetzen.

Wer sich vertiefend informieren will, wird unter www.proinfirmis.ch fündig.