Problem Alpziger - quo vadis

Die GESKA AG muss den Kauf von Alprohziger einstellen. Grund dafür sind einerseits wirtschaftliche Überlegungen und die einseitige Verwendungsmöglichkeit des Produkts, andererseits grosse Qualitätsschwankungen in der Alpproduktion.



Gescnäftsleiter Johannes M. Trümpy anlässlich der Medienorientierung (bild: ehuber)
Gescnäftsleiter Johannes M. Trümpy anlässlich der Medienorientierung (bild: ehuber)

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern und die andern Windmühlen. Mit diesem chinesischen Sprichwort eröffnete Johannes M. Trümpy, Geschäftsleiter der GESKA AG, die Medienorientierung. Dieses Sprichwort kann auch auf die heutigen Situation beim Rohziger von den Alpen angewandt werden.

Neuausrichtung ab 2007

„Der Rohziger von den Alpen kann nicht für die Produktion von Schabziger-Stöckli oder Zigerbutter verwendet werden, sondern lediglich zur Produktion von Zigerpulver.“ Dies die klare Aussage von Trümpy. Während mit den erstgenannten Produkten die Umsätze und auch die Wertschöpfung kontinuierlich gesteigert werden konnte, verzeichnete der Verkauf des Rohzigers Jahr für Jahr Verlustzahlen. Eine dringend notwendige und auch angestrebte Preiserhöhung für das Käsekräuterpulver hat der Markt leider nicht akzeptiert. So muss auch für das laufende Jahr mit einem Verlust gerechnet werden. Hauptabnehmer sind bei diesem Produkt die Holländer und sollten diese die angestrebte Preiserhöhung nicht vollumfänglich akzeptieren, wäre dieser Markt in Frage gestellt. Nebst den wirtschaftlichen Problemen beim Rohziger aus den Alpen spielt aber auch die grosse Qualitätsschwankung eine wesentliche Rolle. All diese Punkte haben dazu geführt, dass die GESKA nach einer neuen, zukunftsorientierten Lösung suchen musste. Ein sicher einschneidender Schritt ist, dass als Übergangslösung nur noch von zwei Alpen respektive vier Sennten, Rohziger bezogen wird. Für die übrigen Alpen wird der Bezug von Alprohziger definitiv eingestellt.

GESKA setzt sich für Modellbetrieb ein

„Wir haben die Idee bis zum Jahr 2009 zwei Modellbetriebe für die Alprohzigerproduktion zu schaffen. In Frage kommen dafür in erster Linie die Alp Erbs sowie die Rautialp“ so die Vorstellung von Johannes M. Trümpy. Während der Übergangsphase werden die beiden Betriebe fachtechnisch beraten und begleitet, sodass bereits 2008 eine markante Qualitäts- und Effizienzsteigerung zum Tragen komme. Ab 2009 sollen sämtliche Anpassungen realisiert sein. „Nach Meinung von Trümpy ist die Schaffung von neuen, zusammengelegten Produktionsbetrieben die einzige Möglichkeit, die Produktion von Lebensmitteln auf den Alpen nachhaltig zu sichern. Nebst der Schaffung moderner und effizienter Produktionsbetriebe auf den erwähnten Alpen, sollten aber auch weitere Projekte von den Alpbetreibern ins Auge gefasst werden. So wäre eine Schauzigerei auf Obererbs mit einem Erlebnispfad bis zum Empächli eine denkbare Möglichkeit um auch die Touristen vermehrt auf die Alpen zu locken. Dazu käme der zusätzliche Verdienst für die Alpbetreiber. Klar ist, dass die gesamte Neuausrichtung unter einem starken Zeitdruck steht und bei diesem Projekt ist sicher auch die Behörde gefordert. Zudem wird das Ganze sicher auch zu einem politischen Thema werden, sind doch mehrheitlich Gemeinden Eigentümer der Alpen. Der Zeitplan ist sicher sehr ambitiös, aber zugleich eine Herausforderung und eine Chance.

Erfreuliche Zahlen bei Geska

Bei den Produkten Schabziger und Zigerbutter konnte der Umsatz im vergangenen Jahr um gut zwölf Prozent gesteigert werden. Erstmals konnte eine ausgeglichene Bilanz präsentiert werden, wobei die Abschreibungen wie immer seriös vorgenommen wurden. Es wird auch Jahr für Jahr reinvestiert um den Anforderungen bezüglich Qualität und dem Marktverhalten zu entsprechen. Die Steigerung konnte vor allem bei unserem Nachbarn Deutschland erzielt werden. Neu wird versucht, den Markt in den USA und in Österreich zu erobern. Vor kurzem konnten in den USA an einer Messe die Besucher den Schabziger degustieren und das Ergebnis war toll. Eine Markteinführung ist immer sehr kosten- und zeitaufwendig. „Als Bergler sind wir auch ein Stück weit „Steinbeisser“ und wir werden unser Ziel nicht aus den Augen verlieren.“ Dies die Erklärung von Trümpy zur etwas „harzigen“ Einführung der Produkte in Österreich. GESKA werde in nächster Zeit an verschiedenen Messen teilnehmen, denn das Produkt Schabziger lässt sich nur über den Geschmack sprich über Degustation lancieren. GESKA ist auch laufend daran, neue Produkte zu entwicklen, so steht auch der „Kümmelziger“ wieder zur Diskussion. Zuerst müssen aber die aktuellen Probleme gelöst sein, erst dann werden die neuen Produkte spruchreif.