Projekt Hochwasserschutz Linth 2000, Teilprojekt Escherkanal genehmigt

Der Regierungsrat genehmigte an seiner Sitzung vom 12. Juni 2007 das Projekt Hochwasserschutz Linth 2000 – Teilprojekt Escherkanal. Gleichentags entschied die Regierung des Kantons St. Gallen über das Teilprojekt Linthkanal. Das Teilprojekt Escherkanal wird die Hochwassersicherheit in der Glarner Linthebene für die nächsten Jahrzehnte verbessern.



Hochwasserschutz Linth 2000: Teilprojekt Eschekanal genehmigt (Bild: jhuber)
Hochwasserschutz Linth 2000: Teilprojekt Eschekanal genehmigt (Bild: jhuber)

Die Kantone Glarus, Schwyz, Zürich und St. Gallen schufen – als Nachfolgeorganisation des seit 1804 bestehenden Eidgenössischen Linthunternehmens – das Linthkonkordat mit dem Ziel, den Hochwasserschutz in der Linthebene gemeinsam sicherzustellen. Die Landsgemeinde 2002 stimmte dem Beschluss über den Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung über das Linthwerk zu. Das Linthkonkordat ist seit 1. Januar 2004 in Kraft. Gemäss Konkordatsvereinbarung entscheidet die Regierung jenes Kantons über Projekte am Linthwerk, auf dessen Gebiet sich der wesentliche Teil des Vorhabens befindet, beim Teilprojekt Escherkanal der Kanton Glarus.

Genehmigung des ergänzten Auflageprojekts

Am 12. Juni 2007 genehmigt der Glarner Regierungsrat das ergänzte Projekt Escherkanal. Das Projekt sieht ein Schutzziel HQ100 (HQ100 = Hochwasser, dass im Durchschnitt alle 100 Jahre einmal eintritt) von 450 m3/s vor; im Linthkanal wird das gleiche Schutzziel verfolgt, was den Vorgaben des Bundes entspricht. Damit werden sowohl die Siedlungs- wie auch die Landwirtschaftsgebiete geschützt; die Landwirtschaftsgebiete profitieren so vom weit höheren Schutz der Siedlungsgebiete.

Für das Gesamtprojekt Hochwasserschutz Linth 2000 mit den Teilprojekten Linthkanal und Escherkanal wird mit Kosten von rund 104,5 Mio. Franken gerechnet. Das Teilprojekt Escherkanal – wie das Teilprojekt Linthkanal – stellt eine Optimierung zwischen den wasserbautechnischen, ökonomischen, raumplanerischen, landwirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen dar. Es gewährleistet den schadlosen Abfluss eines 100-jährlichen Hochwassers.

Das Projekt umfasst vor allem Massnahmen zur Steigerung der Hochwassersicherheit, aber auch solche mit ökologischen Auswirkungen, wie Erneuerung des Längsverbaus mit einer Gerinneerweiterung, Absenkung des Vorlandes im Siedlungsgebiet Näfels–Mollis, Verstär-kung des linken Dammes vom Linthbrüggli bis Tankgraben, im Bereich Chupferenrank und im Kundertriet. Die Flussaufweitung Chli Gäsitschachen schafft einen grossflächigen Naturraum und dient der linksseitigen Dammsanierung auf der Gerinneinnenseite. Dies entlastet und schont den Aussendamms wesentlich und erhält wertvolles Kulturland und Naturwerte. Der ökologischen Qualität dienen auch die Verlängerung des Seegrabens, das regulierte Auslaufbauwerk zur Speisung des Seegrabens und die Aufwertung der Hofwiese.