Die Abteilung Landwirtschaft des Kantons Glarus hat im Juni 2007 unter dem Titel „Milchverarbeitung Glarnerland“ eine Projektinitiative zur Förderung einer zukunftsweisenden Alpbewirtschaftung der milchverarbeitenden Betriebe lanciert. Damit soll eine koordinierte Entwicklung der wirtschaftlichen Strukturen auf den Alpen vorangetrieben werden. „Es ist wichtig, dass man sämtliche Projekte, die sich um das Thema Alpbewirtschaftung drehen, unter einem ganzheitlichen Gesichtspunkt betrachtet. Nur so können Synergien im ganzen Kanton optimal genutzt werden. Und nur so kann der dringend notwendige Strukturwandel genügend schnell vollzogen werden “, so Marco Baltensweiler, Leiter Abteilung Landwirtschaft, Kanton Glarus. Auch die GESKA AG hatte anfangs dieses Jahres bereits angeregt, zwei moderne Schauzigereien in den Alpgebieten Obersee und Erbs zu projektieren.
Sechs Projektvorschläge eingegangen
Das Projekt „Milchverarbeitung Glarnerland“ wird von Kurt Müller geleitet, den ein engagiertes Expertenteam aus verschiedenen Bereichen wie Tourismus, Landwirtschaft, Wirtschaftsförderung und Alpwirtschaft unterstützt. Insgesamt sollen sechs einzelne Betriebe in der Käse- oder Rohzigerverarbeitung fachlich begleitet werden, dass sie bis zum Jahresbeginn 2008 konkrete und realistische Geschäftspläne für einen effizienten Betrieb vorlegen können. Langfristiges Ziel dieser Anstrengungen ist es, die Wertschöpfung in der Alpbewirtschaftung des Kantons Glarus nachhaltig zu steigern. Die erste Phase dieser Vorabklärungen ist nun beendet. Von den bisher sechs eingegangenen Vorschlägen, wurden vier von den Experten als genügend beurteilt.
Folgende Projekte werden weiter verfolgt:
· Alpsennerei Erbsalp (Neubau, Rohzigerproduktion; Gemeinde Elm)
· Rohzigerverarbeitung (Verbesserung Infrastruktur ev. Neubau; Milchgenossenschaft Glarus)
· Bio-Hofkäserei (Neubau, in Haslen)
· Alpsennerei Nüenalp (Verbesserung Infrastruktur inkl. Käserei, Gemeinde Mollis)
Die zwei Projektvorschläge „Alpsennerei im Krauchtal/Matt“ und „Alpsennerei am Obersee/Näfels“ wurden von den Experten noch nicht vollständig gutgeheissen, da verschiedene Voraussetzungen nicht erfüllt seien. Den Verantwortlichen sind jedoch Empfehlungen seitens der Experten gegeben worden. Falls diese Empfehlungen beachtet werden, können die entsprechenden Projekte nochmals zur Vorabklärung eingegeben werden.
Investitionsvolumen von 10 Mio. Franken
Die vier verbleibenden Projekte lösen gemäss ersten Schätzungen ein Investitionsvolumen von 10 Mio. Franken aus. Mit diesen Investitionen sollen jährlich rund 2.3 Mio. Kilogramm Milch verarbeitet werden können. Infolge der hohen Investitionskosten wird noch eine grundlegende Überprüfung durchgeführt werden.
Bei der nun folgenden Projektphase 2 geht es darum, die vier ausgewählten Vorschläge zu konkretisieren. „Wir möchten bis Ende dieses Jahres einen klaren Geschäftsplan für die Projekte auf dem Tisch haben. Das Expertenteam und die Abteilung Landwirtschaft des Kanton Glarus werden nun gemeinsam mit den Partnern die entsprechenden Ideen optimieren und damit die zweite Projektphase starten“, so Marco Baltensweiler, Leiter Abteilung Landwirtschaft.




