Prüfung neuer Trinkwasserkraftwerke im Kanton Glarus

Im Kanton Glarus gibt es heute schon sechs Kraftwerke, welche das Gefälle zwischen hoch gelegenen Trinkwasserquellen und dem Gemeindegebiet zur Gewinnung von Elektrizität ausnutzen. In den Gemeinden Niederurnen, Oberurnen und Glarus wurden diese Kraftwerke vor 70 bis 104 Jahren und und den Gemeinden/Ortsteilen Engi, Leuggelbach und Haslen in den letzten 15 Jahren gebaut.



Im Kantin Glarus sind bereits vier Trinkwasserkraftwerke in Betrieb. (Bildmontage: jhuber)
Im Kantin Glarus sind bereits vier Trinkwasserkraftwerke in Betrieb. (Bildmontage: jhuber)

Insgesamt produzieren diese Trinkwasserkraftwerke etwa 3,7 Mio. kWh Elektrizität, ohne die Umwelt zu beeinträchtigen, da nur die Energie in den Trinkwasserleitungen ausgenutzt wird. Ein Haushalt im Kanton Glarus verbraucht jährlich etwa 6'200 kWh Elektrizität. Somit kann die bisher aus Trinkwasserkraftwerken produzierte Energie etwa 600 Haushalte (das entspricht Mitlödi und Sool zusammen) versorgen.

Einsatz von Trinkwasserkraftwerken

Vor einem Jahr hat die Abteilung Umweltschutz und Energie die Gemeinden angefragt, ob noch zusätzliche Möglichkeiten für den Einsatz von Trinkwasserkraftwerken geprüft werden könnten. Der Kanton und „Energie Schweiz“ haben den Gemeinden angeboten, eine Grobanalyse zur Ermittlung des Potenzials durchzuführen. Diese wurde vollständig vom Kanton und vom Programm Kleinwasserkraftwerke von Energie Schweiz finanziert. Sechs Gemeinden (Bilten, Oberurnen [Twing], Mollis, Schwanden, Haslen (Nidfurn), Rüti) haben dieses Angebot genutzt. In der Folge hat der versierte Fachmann Reto Baumann die Verhältnisse der einzelnen Wasserversorgungen und Einsatzmöglichkeiten für Trinkwasserkraftwerke geprüft.

Trinkwasserkraftwerk in Schwanden im Entstehen

Er kommt zum Schluss, dass in fünf von sechs untersuchten Wasserversorgungen der Einsatz von Trinkwasserturbinen sehr viel versprechend ist. Die Gestehungskosten für die Elektrizität liegen aufgrund dieser ersten Grobanalyse in allen Fällen deutlich unter 15 Rp./kWh. Insgesamt könnte mit diesen fünf Trinkwasserkraftwerken etwa 1,1 Mio. kWh Elektrizität erzeugt werden. Die Gemeinde Schwanden hat aufgrund dieser ersten Grobanalyse bereits von der Gemeindeversammlung einen Kredit erhalten, um dieses Trinkwasserkraftwerk im Rahmen des Neubaus des Reservoirs zu erstellen. Dieses kleine Kraftwerk ist jetzt im Bau und dürfte gegen Ende 2007 den Betrieb aufnehmen.

Weitere vier Gemeinden sind in Abklärung

Die anderen vier Gemeinden werden auch prüfen, ob und bei welcher Gelegenheit ein Trinkwasserkraftwerk errichtet werden kann. Diesen Trinkwasserversorgungen kommt entgegen, dass der Bund eine gute Vergütung für Strom aus Trinkwasserkraftwerken eingeführt hat.

Der Kanton und Energie Schweiz sind mit dieser Aktion zur Prüfung neuer Standorte von Trinkwasserkraftwerken sehr zufrieden. Sie hat gezeigt, dass es in unserem Kanton immer noch ein Potenzial zur Erzeugung von erneuerbarer Energie ohne zusätzliche Umweltbelastung gibt. Deshalb werden sie weiteren Wasserversorgungen die Möglichkeit anbieten, kostenlos Grobanalysen durchzuführen.