Quartalsabschluss der Glarner Kantonalbank per 31. März

Das operative Geschäft der Glarner Kantonalbank (GLKB) entwickelt sich im ersten Quartal 2020 positiv. Die Auswirkungen der Kursrückgänge an den Kapitalmärkten hingegen beeinflussen das Ergebnis negativ.



Ertragssteigerungen im operativen Geschäft

Der Nettoerfolg im Zinsengeschäft verbessert sich um 1,5 Millionen Franken auf 15,7 Millionen Franken. Der Kommissionserfolg erzielt mit 3,5 Millionen Franken ein Plus von 20,0 Prozent. Höhere Erträge aus dem Wertschriftengeschäft und der GLKB-Kreditfabrik tragen zu dieser guten Entwicklung bei. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft steigt um 0,2 Millionen Franken auf 1,7 Millionen Franken. Im anderen ordentlichen Ertrag sind vor allem Lizenz- und Consulting-Erträge aus dem Business-to-Business-Geschäft der Kreditfabrik ausgewiesen. Dieser Geschäftszweig wächst weiterhin erfreulich, was sich in einer Ertragssteigerung von 1,2 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahresquartal manifestiert.

Corona-Krise beeinflusst das Ergebnis der Bank

Die Finanzanlagen der GLKB sind mit einem Bestand von 274 Millionen Franken auf eine langfristige Anlagestrategie ausgerichtet. Die geltenden Bewertungsvorschriften für Schweizer Banken führen zu materiellen Bewertungskorrekturen auf einem Teil der Anlagen. Betroffen sind insbesondere strukturierte Produkte sowie zu einem geringeren Anteil Obligationenanleihen ohne fixen Endverfall, sogenannte Tier-1-Anleihen. Die Corona-Krise führt im Monat März zu einem deutlichen Kursrückgang dieser Anlagen und verursacht negative Bewertungskorrekturen von knapp 3,9 Millionen Franken. Im Vorjahresquartal resultierte auf dem gleichen Portfolio noch ein Bewertungsgewinn von knapp 1,6 Millionen Franken. Der negative Einfluss dieser Bewertungskorrekturen beträgt somit im Vorjahresvergleich 5,4 Millionen Franken, was sich in einem deutlichen Rückgang beim Geschäftserfolg und beim Reingewinn widerspiegelt. Wichtig ist hier die Feststellung, dass es sich um Bewertungskorrekturen handelt und nicht um realisierte Verluste. Im Falle einer Stabilisierung der Finanzmärkte werden sich umgekehrt wieder Bewertungsgewinne einstellen.

Geschäftsaufwand sinkt

Der Geschäftsaufwand sinkt im Vorjahresvergleich um 0,4 Millionen Franken oder 3,8 Prozent. Der Personalaufwand erhöht sich wegen des höheren Personalbestands um 1,1 Prozent auf 6,8 Millionen Franken. Der Sachaufwand sinkt um 10,8 Prozent auf 4,1 Millionen Franken. Für die Abgeltung der Staatsgarantie werden aufgrund der anwendbaren Berechnungslogik neu 0,3 Millionen Franken bereitgestellt.

Weiteres Wachstum bei den Kundenausleihungen

Das Kerngeschäft Hypotheken weitet die GLKB für ihre eigene Bilanz um 42 Millionen Franken aus. Zusätzlich baut die Bank über ihr Filialgeschäft sowie den Online-Vertriebskanal Hypothekarvolumen für die Kunden der GLKB-Kreditfabrik auf, die nicht bilanzwirksam sind und zur Ertragsdiversifikation beitragen. Der fortgesetzte Aufbau des Konsumkreditportfolios über BobFinance, der erhöhte Bedarf nach Finanzierungen im Firmenkundensegment sowie erste Auszahlungen von Corona-Krediten führen zur Ausweitung der Forderungen gegenüber Kunden.

Covid19-Kredite – umfassende Unterstützung

Die Auswirkungen der Corona-Krise sind einschneidend und treffen viele Unternehmen hart. Zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen stellt die GLKB nebst den von Bund und Kanton beschlossenen Massnahmen weitere 15 Millionen Franken zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen für KMU zur Verfügung. Insbesondere in der Erarbeitung der Unterstützungsmassnahmen des Kantons Glarus hat sich die GLKB federführend eingebracht und stark engagiert. Eine intern gebildete Task-Force ist mit der speditiven Bearbeitung und Auszahlung der COVID19-Kredite betraut. Oberstes Ziel dieser Massnahmen ist es, die Leistungsfähigkeit der Glarner Wirtschaft über die aktuelle Krise hinaus zu erhalten.

Um die gestiegenen Liquiditätsbedürfnisse ihrer Kunden zu befriedigen, verstärkt die GLKB ihr Liquiditätspolster. Sie weist mit 967 Millionen Franken oder 14,4 Prozent der Bilanzsumme einen hohen Anteil an liquiden Mitteln aus. Die Bilanzsumme steigt um 335 Millionen Franken auf 6,738 Milliarden Franken. Dieses starke Wachstum wird nebst einem weiterhin erfreulichen Zufluss an Spargeldern vor allem über den Geld- und Kapitalmarkt refinanziert.

Die aktuelle Situation ist für alle Wirtschaftszweige sehr anspruchsvoll und der weitere Verlauf ist schwierig einzuschätzen. Dank ihrer starken Kapitalisierung sieht sich die GLKB gut aufgestellt, um die Herausforderungen zu meistern und ihre Kunden aktiv durch diese schwierige Zeit zu begleiten.