Regierungskonzert in Frauenhand

Im diesjährigen Regierungskonzert stehen die Werke zweier bemerkenswerter Komponistinnen der Romantik auf dem Programm. Auch am Dirigierpult und am Klavier wirken zwei höchst talentierte Damen. Ein grossartiges Konzert steht in Glarus bevor.



(Bild: zvg)
(Bild: zvg)

Die erst 18-jährige Alexandra Dovgan gehört weltweit zu den erfolgsversprechendsten Jungtalenten am Klavier. In Glarus wird die gefeierte Pianistin gleich zwei Klavierkonzerte spielen: jene von Clara und Robert Schumann. Das Kammerorchester Basel unter der Leitung von Delyana Lazarova wird sie begleiten und eine fantastisch-packende Sinfonie der deutschen Komponistin Emilie Meyer aufführen. Das Regierungskonzert dürfte eine musikalische Sternstunde werden.

Hervorragende Musikerinnen gab es immer. Sie waren – Sängerinnen ausgenommen – jedoch meistens vermögende Amateurinnen, spielten also zum Zeitvertreib und nicht zum Broterwerb, und dies oft viel besser als die männlichen Profis, weil sie alle Zeit der Welt zum Üben hatten und sich die besten Lehrer leisten konnten. Nicht zuletzt durch die Etablierung öffentlicher Konzerte und dank des Virtuosentums als aufkommende musikalische Mode drangen mehr und mehr Frauen auf die öffentlichen Bühnen. Clara Wieck, ein pianistisches Ausnahmetalent, gehörte zu den Pionierinnen. Im Alter von 14 Jahren begann sie mit der Komposition ihres fantastischen, hochvirtuosen Klavierkonzerts in a-Moll; ihr künftiger Ehemann Robert Schumann besorgte die Orchestrierung. In der Uraufführung 1835 im Gewandhaus Leipzig spielte sie selber, die Orchesterleitung hatte Felix Mendelssohn inne.

Clara Schumann spielte 1845 auch die Uraufführung des Klavierkonzerts ihres Mannes, das ebenfalls hochvirtuos ist, in derselben Tonart steht und ursprünglich als einsätziges Werk konzipiert war. Es gehört bis heute zu den berühmtesten und beliebtesten Klavierkonzerten überhaupt.

Die Karriere der deutschen Komponistin Emilie Mayer steht unter anderen Vorzeichen als jene Clara Schumanns. Letzterer wurde die klassische Rolle als Familienmutter zuteil. Sie zog acht Kinder auf und war demzufolge stark darin eingeschränkt, ihre Laufbahn als Konzertpianistin und Komponistin konsequent zu verfolgen. Emilie Mayer hingegen blieb ledig, erbte ein Vermögen und konnte es sich leisten, sich ganz der Komposition hinzugeben. Sie nannte sich explizit «Berufskomponistin». Entgegen der damaligen Gepflogenheit vieler Komponistinnen, Salonstücke und leichtere Muse zu komponieren, widmete sie sich den grossen Formen Sonaten und Sinfonien. Ihre packende, fantastische vierte Sinfonie h-Moll ist ein eindrückliches Beispiel für ihr ausserordentliches Talent, womit sie seinerzeit höchste Anerkennung und Ehre erntete.

 

Samstag, 7. Februar 2026, 20.00Uhr

Aula der Kantonsschule Glarus

Vorverkauf: Baeschlin Bücher, Glarus und www.ticketino.com