Regierungsrat richtet Legislaturplanung auf Bevölkerungsentwicklung aus

Der Glarner Regierungsrat stellt die demografische Entwicklung ins Zentrum seiner politischen Planung für die Jahre 2027 bis 2030. Er will die Lebensqualität sichern, Schule und Sozialsysteme stärken sowie Fachkräfte gewinnen.



Informationen vom Regierungsrat zur Legislaturplanung 2027 Bilder: edi huber)
Informationen vom Regierungsrat zur Legislaturplanung 2027 Bilder: edi huber)

Die Bevölkerung wächst, wird älter und vielfältiger. Das verändert die Anforderungen an Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Schulen und Arbeitsmarkt. Der Regierungsrat richtet seine Planung für die kommenden vier Jahre deshalb auf diese Entwicklungen aus.

Drei übergeordnete Ziele definiert

Die Planung umfasst drei Ziele, denen insgesamt 36 Massnahmen zugeordnet sind. Das erste Ziel betrifft die Attraktivität des Kantons als Wohn- und Lebensraum. Mit der «Glarner Gesundheitsregion» sollen sich die Anbieter im Gesundheitswesen stärker vernetzen und die ambulante Grundversorgung ausbauen. Weitere Vorhaben betreffen einfachere Baugesuchsverfahren, ein attraktiveres Angebot im öffentlichen Verkehr und bessere Veloverbindungen. Die Planung der Umfahrungen Netstal und Glarus soll gemeinsam mit dem Bund vorangetrieben werden.

Das zweite Ziel richtet sich auf die langfristige Tragfähigkeit von Schule und Sozialsystemen. Menschen mit geringen beruflichen Qualifikationen sollen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt noch gezielter unterstützt werden. Vorgesehen ist zudem eine stärkere frühe Förderung, die Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit und bessere Hilfen für psychisch belastete Kinder und Jugendliche. Eine regelmässige Beobachtung der Armutsentwicklung soll soziale Risiken frühzeitig sichtbar machen.

Mit dem dritten Ziel will der Regierungsrat die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken und Fachkräfte gewinnen. Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sollen enger zusammenarbeiten. Geplant sind die Weiterentwicklung von Gewerbestandorten sowie zusätzliche Ausbildungs- und Berufseinstiegsangebote. Durch Abschlussarbeiten, gemeinsame Projekte und Alumni-Netzwerke mit Glarner Unternehmen soll die Rückkehr der Fachkräfte nach auswärtiger Ausbildung oder Berufserfahrung gefördert werden.

Die Massnahmen führen gemäss einer Kostenschätzung zu Ausgaben von rund 25,5 Millionen Franken sowie wiederkehrenden Kosten von rund 4,9 Millionen Franken. Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, die Legislaturplanung 2027–2030 zu genehmigen.