Replik auf die Leserbriefe Reifler/Fasol/Züst auf glarus24.ch vom 09.06.2026

Aufgrund der kritischen Leserbriefe der im Titel genannten Schreiber(in), erlaube ich mir eine Replik darauf, diese kann ich so nicht stehen lassen.



Replik auf die Leserbriefe Reifler/Fasol/Züst auf glarus24.ch vom 09.06.2026

Dass ich Herrn Reifler nicht überzeugen konnte, überrascht mich wenig. An meiner Aussage halte ich allerdings fest: die Initiative bringt im Gegensatz zum Status Quo keine Verschlechterungen. Die Schweiz hat noch nie und wird nie von der Personenfreizügigkeit profitieren, diese war von Anfang an ein Eingeständnis an die EU als Gegenzug für die Bilateralen I. Diese bringen aber der Schweiz weniger Nutzen, als man meinen mag, das Wirtschaftswachstum pro Kopf stieg nach Annahme der Bilateralen I weniger stark an als vorher. Die damit verbundenen Nachteile überwiegen heute aber deutlich.

Dass sich Herr Fasol auf die Lebensdauer beruft und sagt, dass der Mehrbedarf an Pflegepersonal fast ausschliesslich darauf zurückzuführen sei, mag teilweise stimmen, dennoch ist es kurzsichtig. Aufgrund seiner 50-jährigen Erfahrung gehe ich davon aus, dass er im Pensionsalter ist. Dass er sich über junge Zuwanderer freut, welche im Pflegeberuf arbeiten, überrascht daher ebenso wenig. Aber Herr Fasol, werden diese jungen Leute nie alt? Sie verschieben damit das demografische Problem auf die nächste Generation. Langsam aber sicher muss ich aus Sicht der jüngeren Generation feststellen, dass zuweilen etwas viele Lasten auf die jungen Generationen übertragen werden.

Frau Züst verweist auf die Anzahl ausländischer Ärzte – diese Zahl stimmt ungefähr, allerdings dürfte es mit den ausländischen Patienten ähnlich aussehen. Ausländer pflegen Ausländer – das ist kein Parteigeplänkel, das sind Fakten. Darüber hinaus liefert Frau Züst die Lösung teilweise gleich selbst: Numerus Clausus abschaffen und die Ärzte von immer mehr administrativer Arbeit (welche massiv zugenommen hat) befreien.

Und zum Schluss noch dies: niemand will, dass keine Ärzte mehr einwandern, auch die Initianten nicht. Heute ist es aber Tatsache, dass 5 von 10 Einwanderer nicht arbeiten (Familiennachzug), 4 von 10 wandern in Branchen ein, in denen kein Mangel herrscht. Nur 1 von 10 ist eine gesuchte Fachkraft. Das wäre, als würde man Kopfschmerzen mit Aspirin und 9 weiteren Medikamenten bekämpfen, deren Nebenwirkungen grösser sind als die Kopfschmerzen selbst. Genau da liegt der Hund begraben und genau da setzt die Initiative an – die Zuwanderung soll nicht den Zuwanderer, sondern dem Land dienen, dazu muss man sie allerdings gezielt und vor allem selbst steuern.

Deshalb halte ich – trotz Gegenwind – an meinem überzeugten JA zur Nachhaltigkeitsinitiative fest.