Riesenstimmung zum volkstümlichen Auftakt von „Sound of Glarus“

Am Donnerstagabend eröffneten „Oeschs die Dritten“, die „Lopper Örgeler“ sowie der Jodelklub „Glärnisch“ das dreitägige Glarner Stadtopenair „Sound of Glarus“. Dabei erwiesen sich „Oeschs die Dritten“ als wahrer Renner, der das zahlreich erschienene Publikum vollends aus dem Häuschen brachte. Der Jodelklub „Glärnisch“ war der einheimische Beitrag zum Gelingen des Konzerts.



Höhepunkt am ersten Abend: Oesch's die Dritten. (Bild: jhuber)
Höhepunkt am ersten Abend: Oesch's die Dritten. (Bild: jhuber)

Bereits seit einiger Zeit war es in aller Munde, und am Donnerstagabend wurde es endlich Realität: das Stadtopenair „Sound of Glarus“. Eröffnet wurde es mit einem Abend voller volkstümlicher Musik, darunter der Selbstläufer „Oeschs die Dritten“ und die einheimischen Stars des Jodelklubs „Glärnisch“, ferner die Hergiswiler „Lopper Örgeler“.

„Lopper Örgeler“ und Jodelklub „Glärnisch“

Den Anfang machten die vier Mädchen der „Lopper Örgeler“, wovon drei auf dem Schwyzerörgeli spielten. Eine Bassgeige war noch dabei. Sie machten typische Schweizer Volksmusik, die ihnen einiges an Fingerfertigkeit abverlangte, spielten sie doch lange Reihen flinker Tonfolgen. Zu Recht haben sie bereits den „Prix Walo“ in der Sparte Volksmusik gewonnen. Der „Dudelsack-Schottisch“ war ebenso dabei wie das bekannte „Trompetenecho“, bei dem so richtig Stimmung aufkam und das Publikum mitklatschte. Eine Lightshow setzte die Damen ins rechte Licht.

Um 20.15 Uhr kam der Jodelklub „Glärnisch“ mit einer ersten Darbietung an die Reihe. Darunter gab er wie immer recht kunstvoll „Ds Glarnerländli“, den „Schönbüel-Jutz“ von Ruedi Rymann sowie den „Bergbach“ zum Besten. Elfrieda Züger bestach wieder einmal durch ihre glänzende Stimme, und die vier Register der Männerstimmen klangen wunderbar zusammen. Die verschiedensten Bedürfnisse und Wünsche nach Schweizer Volksmusik wurden an diesem Abend abgedeckt: Jodel, Schwyzerörgeli und volkstümlicher Schlager.

„Oeschs die Dritten“

Kurz nach halb neun stellte der Moderator des Abends, Roger Rhyner, die lange erwartete Musikantenfamilie „Oeschs die Dritten“ vor, und unter tosendem Applaus betraten sie die Bühne. Spätestens seit dem Riesenerfolg des „Ku-Ku-Jodels“ sind sie allen bekannt. Das Lied selber kam erst am Ende des regulären Programms. Der „Jodlerbuäb“ machte den Auftakt, und gleich von Beginn weg lag ihnen das Glarner Publikum zu Füssen. Die meisten waren sowieso wegen dieser Gruppe gekommen. Vier Musiker begleiteten die beiden Sängerinnen, darunter die bekannte Leadsängerin Melanie, die fast in jeder „Glückspost“ abgebildet ist. Sie stellte die MusikerInnen reihum vor, die alle nach und nach mit ihren Instrumenten einsetzten. Sie finde die Glarner Berge zwar toll, aber noch bekannter seien „Eiger, Mönch und Jungfrau“, wie ihr nächster Titel hiess, ein Lied mit Jodeleinlage, der die Konzertbesucher zum Schunkeln einlud. „Wir sind eine Jodelfamilie“ spannte den Bogen vom Grossvater Oesch bis zur heute musizierenden Generation, und so plauderten sie, ins professionelle Licht getaucht, aus dem familiären Nähkästchen. Ein Stück aus dem Zillertal sowie der Titel „Seemann, lass das Träumen“ folgten, mit teilweise atemberaubend schnellem Jodeln, derweil sich eine Schar noch kleiner Kinder ganz nah an die Absperrung heranwagte, um ihren Idolen zuzusehen und um Fotos zu schiessen. „Jodeln, das bin ich und die Musi dazu“ hiess ein weiteres Lied, und nach dem ersten Block mit „Oeschs die Dritten“ hatten die Fans bereits einen Vorgeschmack vom Können der Gruppe erhalten, waren aber noch lange nicht satt geworden.

Das Ganze beginnt von vorn

Nach einer kurzen Pause war dann der „Glärnisch“ wieder dran, der sogleich mit „Ich bi ä Jodlerbuäb“ einsetzte. Dabei wurde er von Verstärkern unterstützt. Er brachte den richtigen Schuss Lokalkolorit ins Konzertgeschehen ein. Der „Glärnisch“ ist übrigens die einzige Formation, die bereits beim ersten Open Air dieser Art in Glarus dabei gewesen ist. Langsam begann es, dunkel zu werden, und der voll besetzte Rathausplatz war in fantasievolles Licht getaucht. In den diversen Bars, Restaurants und Imbissständen lief das Geschäft auf Hochtouren, und von ganz Jung bis recht Alt (man entschuldige die Ausdrucksweise) war alles auf den Beinen, und bestimmt auch viele, die sonst mit Volksmusik eher wenig anfangen können. „Oeschs die Dritten“ bekamen eine zweite Chance, und mit dem „Solojodler“ knüpften sie an ihren ersten Auftritt des Abends an. Melanie schauspielerte ein bisschen, und Vater Oesch spielte wie wild auf seinem Schwyzerörgeli, ebenso die Gitarristen. An diesem Abend rissen mehrere Saiten der elektrischen Gitarren, was die Gruppe aber nicht kampfunfähig machte. „Wir haben einen Göttibuäb“, verkündete Melanie, und rief auf zum Verkauf ihrer Bernhardiner aus Plüsch zu Gunsten der Bernhardinerhilfe. „Was hat der Bernhardiner in seinem Fässchen drin“ werweisste die Sängerin, und die Alternativen waren Rum, Wein oder Bier. „Der weisse Mond von Maratonga“, ein langsames Stück, machte die Fortsetzung, und auf die Leinwand hinter den Musikanten wurden vielfältige Farben und Formen gezaubert. Ganz urchig wurde es bei Kasi Geissers „Jetzt wirds lustig“, wobei Melanie erneut ihre Jodelkünste beweisen und das Publikum mitklatschen konnte. Vollkommen überflüssig zu schreiben, dass es einen Riesenapplaus gab. „Die Jodelsprache“ versuchte uns die Bedeutung der verschiedenen Melodien des Jodelns beizubringen. Der Foxtrott „Typisch Oesch“, komponiert vom Grossvater, kam ohne Gesang aus. Das „Lied vom alten Jäger“ war etwas vom wohl Bekanntesten des Auftritts dieser Gruppe. Besonders viel Applaus und Enthusiasmus entlockte dem Publikum das Lied „Üserä Ätti isch ä bravä Maa“, das augenzwinkernd auf Vater Oesch anspielt, der es sichtlich genoss, im Rampenlicht zu stehen. Der „Ku-Ku-Jodel“, bekannt aus Radio und Fernsehen, brachte die Fans endgültig aus dem Häuschen, und es brandete grosser Jubel auf. Das Publikum verlangte nach Zugaben, ein Wunsch, dem die Oeschs gerne nachkamen. „Wiä mä z`Glaris jödälä tuät“ brachte die Besucherinnen und Besucher des Konzerts sogar dazu, sich im Jodeln zu versuchen. Viele hielt es nicht länger auf den Sitzen. „7000 Rinder“ kannte wiederum jede und jeder, eine spontane Polonaise entstand, und um halb elf kam, was kommen musste, nämlich das Ende des vergnüglichen Auftritts von „Oeschs die Dritten“.

Ausklang mit den „Lopper Örgelern“

Nachdem die Oesch-Familie „abgeräumt“ hatte und viele bereits auf dem Nachhauseweg waren, holten die jungen Damen von den „Lopper Örgelern“ noch einmal ihre Schwyzerörgeli hervor und musizierten noch eine volle Stunde lang, derweil Oeschs mit dem Geben von Autogrammen, Verkaufen von CDs und dem Posieren fürs Fotoalbum der Fans beschäftigt waren. Die Reihen lichteten sich mehr und mehr, schliesslich war am Freitag gewöhnlicher Werktag.

Der Auftakt des dreitägigen Open Airs, veranstaltet von gl-events und Soundz good, kann wohl als gelungen bezeichnet werden. Heute Freitag und morgen Samstag stehen vollkommen andere musikalische Stilrichtungen auf dem Programm, so dass eigentlich (fast) allen Geschmäckern Rechnung getragen werden dürfte ...