Das Glarnerland ist nicht gerade als Hochburg der Konzerte bekannt. Klar gibt es immer wieder Auftritte national angesehener Musiker aber vor allem Geheimtipps und Newcomer dominieren die Szene. Alles andere als ein Newcomer stand für einmal am letzten Mittwoch in der Novalishalle auf der Bühne. Die britische Hard-Rock-Band Uriah Heep ist seit über 40-Jahren im Geschäft und gehört gemeinsam mit Black Sabbath, Deep Purple und Leed Zepplin zu den Begründern des Genres Hard-Rock. 1968 um den Gitarristen Mick Box und den Keyboarder Ken Hensley gegründet, gehören Uriah Heep zu den beliebtesten Oldie-Rock Bands. Wie ihr grosser Bruder “Status Quo“ reisen sie seit über 30 Jahren mit ihren Gassenhauern unermüdlich um die Welt. Der Durchbruch erfolgt bereits mit dem Debüt-Album im Jahre 1970. Die Aufnahmen zu "Very 'Eavy ... Very 'Umble" fanden in einem Studiozimmer neben dem von „Deep Purple“ statt, eine räumliche Nähe, die einen massgeblichen Einfluss auf den zum Hardrock neigenden, aber melodischen und keyboardgeschwängerten Sound Uriah Heeps hat. In den folgenden Jahren produzieren Uriah Heep einen Hit nach dem Anderen: Neben dem Kulthit „Lady in Black“ gehören Songs wie „Easy Livin’“, „Stealin“ oder „The Wizard“ zu den erfolgreichsten Songs der Band in den 70er Jahren. Nicht nur eine lange sondern auch eine abwechslungsreiche Zeit liegt hinter der Band. Von den ursprünglichen Gründungsmitgliedern ist nur noch Mick Box in der aktuellen Zusammensetzung übrig. Unter anderem Grund für die häufigen Wechsel Alkohol- oder Drogensucht. Zahlreiche Glarner und Auswärtige liessen es sich am letzten Mittwoch nicht nehmen an diesem einzigartigen Konzert teilzunehmen. Und sie wurden nicht enttäuscht, bereits die Vorband um Reto Burrell war hochkarätig, doch nur ein kleiner Vorgeschmack auf das grosse Highlight. Von der ersten Minute legten die alten Männer los, wie ihn ihren besten Tagen, und brachten so die Novalishalle und ihre doch eher älteren Zuhörer zum kochen. Und die Spannung hielt bis zum Schluss, auch weil die Routiniers den Höhepunkt aufgehoben haben. Ihr Klassiker „Lady in Black“ spielte Uriah Heep als letzten Stück der Zugabe. Ein unvergleichlicher Abend ging so passend zu Ende. Hoffentlich geht es nicht wieder so lange bis die Musiker wieder in Näfels spielen, das letzte Konzert hatten sie nämlich 1976. Ob die Briten in weiteren dreissig Jahren immer noch so fit sind, ist stark anzuzweifeln.
Kolumne: Zuversicht – trotz allem


