Rotary Club Glarus – Spende für ein Spital in Nigeria

Der Rotary Club Glarus unterstützt das Swiss Surgical Team (SST) für dessen Einsatz in Nigeria mit 16 000 Franken und der Sammlung am Weihnachtsmarkt in Glarus vom kommenden Sonntag, 8. Dezember 2013.



Warten auf die Arztkonsultation in Okpoga. (Bilder: zvg) Stromgenerator soll Stirn und Stehlampe bei Operationen überflüssig machen.
Warten auf die Arztkonsultation in Okpoga. (Bilder: zvg) Stromgenerator soll Stirn und Stehlampe bei Operationen überflüssig machen.

Das Swiss Surgical Team (SST) sind Schweizer Chirurgen, Anästhesisten und Operations-Fachpersonal, die unentgeltlich in Einsätzen in Schwellen- und Entwicklungsländern operieren und dabei gleichzeitig medizinisches Personal ausbilden. Drei Ärzte aus der Region engagieren sich im SST-Team: Dr. André Rotzer und Dr. Martin Walliser vom Kantonsspital Glarus und Dr. Peter Nussbaumer vom Spital Lachen. Sie sind seit 2012 im St. Mary’s Hospital in Okpoga, Nigeria aktiv. Das Spital im Hinterland von Nigeria ist verglichen mit westeuropäischen Standards mehr als dürftig eingerichtet. Die primitive Infrastruktur erschwert die Arbeitsbedingungen für Ärzte und Fachpersonal immens. Dringend wird ein Generator für die Elektrizitätsversorgung benötigt, da täglich längere Belieferungsunterbrüche eintreten. Der 50-MW-Generator ist nicht nur für die sichere Beleuchtungsversorgung im Operationssaal essenziell: Einerseits wird die Elektrizität dringend für die Wasseraufbereitung, Sterilisationsgeräte und medizinische Untersuchungen benötigt, andererseits sind Lichtunterbrüche während Operationen fatal.

Grösstenteils werden im St. Mary‘s Hospital Leistenbruchoperationen durchgeführt. Für die Bevölkerung von Okpoga mit Einzugsgebiet von mehrstündigem Fussmarsch ist diese Operation überlebenswichtig und wird gegen die bescheidene Bezahlung an rund 320 Patienten jährlich mit möglichst einfachen, effizienten und vor Ort beschaffbaren Mitteln durchgeführt. Bestes Beispiel für die Nutzung einfachster Mittel ist die Verwendung sterilisierter Abschnitte von Moskitonetzen zur Stabilisierung eines Leistenbruches. Sie kosten lediglich wenige Rappen im Gegensatz zu professionell gefertigten Produkten von Medizinalherstellern, die bis zu 200 Franken kosten können. SST beziffert die Kosten einer einseitigen Leistenbruchoperation mit den Kosten von 70 Franken, bei uns muss dafür mit 4500 Franken gerechnet werden. Dass gleichzeitig lokale Ärzte und Pflege- sowie Hilfspersonal ausgebildet werden, unterstreicht die Nachhaltigkeit der unentgeltlichen Einsätze der Schweizer Helfer.

Gespendete Produkte und Weihnachtsgebäck für den Generator

Der Rotary Club Glarus hat beschlossen, die 16 000 Franken für den Kauf des Generators zu spenden. Einen Teil davon soll durch Verkaufserlöse an den kommenden Weihnachts- und Landsgemeinde-Märkten gesammelt werden. Am nächsten Sonntag werden am Stand des Rotary Clubs Getränke und Häppchen zum Sofortverzehr verkauft. Die Mitglieder des Glarner Serviceclubs haben dafür einige Produkte wie modische Mützen, Schabziger-Kochbücher, Birnbrote, Nusstorten und Weihnachtsgebäck gespendet, die dort ebenfalls verkauft werden. Dies unterstreicht das Mitgefühl und das Engagement der Clubmitglieder.

Zudem sind Ärzte des SST-Teams live vor Ort, die mit praktischen Beispielen den Einsatz der zweckmässigen Mitteln erklären und von ihrem freiwilligen Engagement berichten. Unterstützen Sie diese direkte und mittelbare Hilfe mit einem Standbesuch und der Konsumation und/oder dem Kauf von Produkten.

Rotary International, die älteste Serviceclub-Organisation der Welt, umfasst gegen 33 000 Clubs in über 200 Ländern. Mehr als 1,2 Millionen Mitglieder bilden ein internationales Netzwerk von Freiwilligen, die sich in ihren Städten und Gemeinden engagieren, sich aber auch für die Lösung internationaler Probleme einsetzen. Der Rotary Club Glarus wurde 1933 gegründet und hat 56 Mitglieder.