Rückgang der Sozialhilfequote im Kanton Glarus

2015 wurden im Kanton Glarus 768 Personen in 502 Fällen mit Sozialhilfe unterstützt. Erstmals seit 2011 nimmt die Sozialhilfequote des Kantons wieder ab. Sie sinkt von 2,1 Prozent im Vorjahr auf 1,9 Prozent. Die Sozialhilfequote befindet sich damit weiterhin deutlich unter der gesamtschweizerischen Quote (2014: 3,2%). Die Gemeinde Glarus weist mit 2,3 Prozent die höchste, Glarus Nord mit 1,8 Prozent die tiefste Quote auf. Dazwischen liegt Glarus Süd mit 1,9 Prozent. Das zeigen die Resultate der schweizerischen Sozialhilfestatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS).




Rückgang der Sozialhilfequote

Im Kanton Glarus beziehen im Jahr 2015 1,9 Prozent der Bevölkerung Sozialhilfe. Diese Quote ist um 0,2 Prozentpunkte tiefer als im Vorjahr, was einer Abnahme von 33 Fällen oder 52 Personen entspricht. Pro Fall werden durchschnittlich rund 1,5 Personen mit Sozialhilfe unterstützt. Unverändert ist, dass jeweils die Gemeinde Glarus die höchste Sozialhilfequote der drei Gemeinden aufweist.

Deutliche Abnahme der Sozialhilfequote bei Ausländer/-innen


3,3 Prozent der ausländischen Wohnbevölkerung (300 Personen) im Kanton Glarus werden im Jahr 2015 mit Leistungen der Sozialhilfe unterstützt, im Vorjahr waren es mit 3,8 Prozent (337 Personen) deutlich mehr. Bei den Schweizer/-innen liegt die Sozialhilfequote bei 1,5 Prozent (468 Personen), was einer Abnahme von 0,1 Prozentpunkten oder 15 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Anteilsmässig befinden sich 39,1 Prozent mit ausländischer Nationalität und 60,9 Prozent Schweizer/-innen in der Sozialhilfe, wobei Frauen und Männer in beiden Nationalitätengruppen zu je 50 Prozent vertreten sind.

Rückgang der Erwerbstätigen


Der Anteil der Sozialhilfebezüger/-innen über 15 Jahren, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, liegt bei 24,6 Prozent. Dies entspricht einer Abnahme von 5,3 Prozentpunkten oder 44 Personen gegenüber dem Vorjahr. Die erwerbslosen Personen haben mit einem Anteil von 35,1 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr (32,9%), leicht zugenommen. Die grösste Gruppe bilden mit einem Anteil von 40,2 Prozent die Nichterwerbspersonen. Darunter fallen Personen in Ausbildung (ohne Lehrlinge), im Haushalt Tätige, Rentnerinnen und Rentner, vorübergehend Arbeitsunfähige, Dauerinvalide und Personen, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.

Weniger Ein-Personen-Fälle


Die Anzahl der Ein-Personen-Fälle (355 Fälle) hat im Vergleich zum Vorjahr (367 Fälle) leicht abgenommen. Dennoch bilden die Ein-Personen-Fälle mit einem Anteil von 71,4 Prozent unverändert die grösste Gruppe an Sozialhilfebezüger/-innen im Kanton Glarus. Unter Ein-Personen-Fälle werden sowohl Alleinlebende als auch Fälle von Nicht-Alleinlebenden zusammengefasst. Letzteres sind Personen, die einen eigenen Sozialhilfefall bilden, aber mit einer oder mehreren Personen zusammenleben, beispielsweise in einer Wohngemeinschaft. Die restlichen Anteile der Sozialhilfebezüger/-innen machen Alleinerziehende (16,1%), Paare mit Kindern (8,9%) und Paare ohne Kinder (3,6%) aus.

Weniger junge Erwachsene in der Sozialhilfe


Mit 10,7 Prozent liegt der Anteil der 18- bis 25-jährigen Sozialhilfebezüger/-innen im Jahr 2015 so tief wie noch nie. Nach wie vor die grösste Altersgruppe, welche in der Sozialhilfe vertreten ist, sind die 0- 17-Jährigen mit einem Anteil von 26,4 Prozent (Vorjahr: 26,0%). Die 46- bis 55-Jährigen bilden mit 18,2 Prozent die zweitgrösste Altersgruppe.

Sinkende Bezugsdauer der abgeschlossenen Fälle


Die mittlere Bezugsdauer der abgeschlossenen Fälle sinkt im Vergleich zum Vorjahr von 14 auf 10 Monate. Über die Hälfte dieser abgeschlossenen Fälle (52%) bezieht weniger als ein Jahr Sozialhilfe (Vorjahr: 47%). Bei den laufenden Fällen liegt die durchschnittliche Bezugsdauer nahezu unverändert bei 17 Monaten.

Leichter Rückgang der Bezügerquote der Alimentenbevorschussung


Im Jahr 2015 wurden im Kanton Glarus 295 Personen in 137 Fällen Alimenten bevorschusst. Das sind 5 Fälle mehr, jedoch eine Personen weniger, als im Vorjahr. Die Bezügerquote der Alimentenbevorschussung (Anteil Beziehende an der Bevölkerung) sinkt leicht von 0,75 Prozent (2014) auf 0,74 Prozent (2015).

Langfristige Tendenzen von 2008 bis 2015


Entwicklung der Sozialhilfequote


Die Sozialhilfequote bewegt sich seit 2008 zwischen 2,2 Prozent und 2,0 Prozent. Im Jahr 2015 fällt die Quote mit 1,9 Prozent erstmals unter die Grenze von zwei Prozent. Dieser Rückgang bedeutet ebenfalls eine erstmalige Veränderung der Quote, innerhalb eines Jahres, um mehr als 0,1 Prozentpunkte.

Entwicklung der Sozialhilfequote nach Nationalität

Die Sozialhilfequote der Ausländer/-innen hat von 2009 (4,9%) bis 2012 (3,4%) stetig abgenommen, bevor sie 2013 (3,6%) und 2014 (3,8%) wieder leicht angestiegen ist. 2015 nimmt die Quote deutlich ab und liegt bei 3,3 Prozent. Die Sozialhilfequote der Schweizer/-innen schwankt im Zeitraum von 2010 bis 2015 konstant zwischen 1,6 und aktuell 1,5 Prozent.

Entwicklung der Erwerbssituation


Von 2012 bis 2014 zeigt sich eine Zunahme von erwerbstätigen Personen in der Sozialhilfe. Erstmals seit 2011 nimmt dieser Anteil im Jahr 2015 wieder ab und liegt bei 24,6%. Der Anteil der Nichterwerbspersonen nimmt nach einer stetigen Abnahme von 2010 bis 2014 aktuell wieder zu und liegt bei 40,2%. Der Anteil der erwerbslosen Personen liegt mit 35,1 Prozent wieder auf dem gleichen Niveau wie 2013.

Entwicklung der Fallstruktur


Die Ein-Personen-Fälle bilden mit Abstand die grösste Gruppe in der Sozialhilfe. Seit 2011 liegt der Anteil dieser Personen bei über 70 Prozent. Erstmals seit 2009 hat die Anzahl der Ein-Personen-Fälle im Jahr 2015 wieder abgenommen. Bei den Alleinerziehenden ist die Fallzahl seit 2013 zunehmend. 2015 ist ebenfalls eine Abnahme der Fallzahlen feststellbar. Die Alleinerziehenden bilden mit einem Anteil von 16,1 Prozent die zweitgrösste Gruppe in der Sozialhilfe.

Entwicklung der Altersstruktur

Den grössten Rückgang seit 2013 verzeichnen die 18- bis 25-Jährigen. 2015 weist diese Altersgruppe anteilsmässig den tiefsten Stand seit 2008 auf. Nach wie vor die grösste Altersgruppe, welche in der Sozialhilfe vertreten ist, sind die 0-17-Jährigen mit einem Anteil von 26,4 Prozent. Der Anteil der 46- bis 55-Jährigen nimmt seit 2013 zu und liegt im Jahr 2015 bei 18,2%.

Alimentenbevorschussung

Die Bezugsquote der Alimentenbevorschussung sinkt seit 2010 kontinuierlich von 1,13 Prozent auf aktuell 0,74 Prozent. Damit nähert sich diese Bezügerinnenquote langsam der gesamtschweizerischen Quote von 0,66 Prozent (2014) an. Die Quote der gesamten Schweiz liegt seit 2009 relativ konstant zwischen 0,6 und 0,7 Prozent.