Runder Tisch bespricht Bedürfnisse der Glarner Textilindustrie

Departement Volkswirtschaft und Inneres • Frau Landesstatthalter Marianne Lienhard hat die Glarner Textilindustrie am Dienstag zu einem runden Tisch eingeladen. Nach den angekündigten Betriebsschliessungen wurden die Bedürfnisse der Industrie besprochen.



Das Departement Volkswirtschaft und Inneres hat unter der Leitung von Landesstatthalter Marianne Lienhard am 19. Mai die verbleibende Glarner Textilindustrie zum runden Tisch eingeladen. Eingeladen waren die Inhaber der Firmen Mitlödi Textildruck AG, F. Blumer & Cie., Jenny Fabrics AG, Daniel Jenny & Co., Weseta Textil AG und Spörry 1866. Vonseiten der Politik nahmen der Gemeindepräsident und der Gemeindevizepräsident von Glarus Süd teil. Ausserdem war die Innovationsplattform IP Kerenzerberg durch die Organisation für Nachhaltigkeit ecos vertreten. Organisiert wurde der Anlass durch die Standortförderung des Kantons Glarus.

Corona-Pandemie hat die bekannten Ursachen verstärkt

Grund für die Zusammenkunft waren die angekündigten Firmenschliessungen der Mitlödi Textildruck und der Jenny Fabrics AG. Ziel der Veranstaltung war, die Bedürfnisse der Industrie aufzunehmen, Tipps für die Bewältigung der Krise auszutauschen und die Vernetzung innerhalb der Industrie zu fördern. Die Coronvirus-Krise hat bestehende strukturelle Probleme in der Branche akzentuiert. Fehlende Eigenkapitalpolster, die nach dem Frankenschock von 2015 nicht mehr aufgebaut wurden, machen für die Firmen das Durchstehen einer längeren Durststrecke unmöglich. Bestellungen gingen seit der Coronavirus-Pandemie um bis zu 80 Prozent zurück. Bestehende Aufträge konnten aufgrund der internationalen Transportrestriktionen kaum ausgeliefert werden. Dadurch blieben die Zahlungen der Kunden aus, was die Liquidität der Firmen vor kaum lösbare Probleme stellt. Die Kreditvergabe des Bundes hat bei den Krediten von weniger als 500 000 Franken gut funktioniert. Höhere Anforderungen an die Sicherheit werden bei den Covid-19 plus Krediten angewendet, was eine Vergabe an eher strukturschwache Betriebe erschwert.

Die Vertreter der Politik forderten, dass öffentliche Beschaffungen vermehrt an Schweizer Betriebe vergeben werden. Lokale Wertschöpfung und Nachhaltigkeitskriterien müssten künftig stärker gewichtet werden. Vonseiten der Industrie wird jedoch bezweifelt, dass die öffentliche Hand für eine genügende Auslastung sorgen kann. Die Textilindustrie ist traditionell international tätig. Der Heimmarkt sei auch bei einer Rückbesinnung auf lokale Werte zu klein. Wichtig sei deshalb, dass die Nutzung der Wasserkraft auch weiterhin gute Rahmenbedingungen vorfinde und dass die Raumplanung bei einer allfälligen Umnutzung der Industrieareale funktioniere.

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