Ruth Illi – 50 Jahre als Organistin tätig

Mit Beginn der Advents- und Weihnachtszeit fiel ein Jubiläum zusammen, das mit kompetentem musikalischem Ausgestalten, stets sorgsamem Vorbereiten, Eingehen auf viele Wünsche, Musikunterricht, Begleiten in zahlreichen Proben, Notenstudium, gegenseitiger Wertschätzung und Anteilnahme und – schlussendlich – gebührendem Würdigen zu tun hat.



Ruth Illi feierte ein doch eher seltenes Jubiläum. Fünfzig Jahre als Organistin tätig zu sein, ist bedeutsam genug, um Wesentliches hervorzuheben, darauf hinzuweisen, welch immenser Einsatz mit dieser musikalischen Tätigkeit untrennbar verbunden ist.

Pfarrerin Iris Lustenberger, der von Magdalena Mattenberger dirigierte Kirchenchor und – zeitlich etwas später – auch Kirchenverantwortliche würdigten Ruth Illis umfassendes und gewissenhaftes Engagement. «Gelobet sei, der da kommt» lautete der Willkomm für den Gottesdienst. Der Kirchenchor – dessen nicht selbstverständliches Mitgestalten kirchlicher Feierstunden und Konzerte ist, wartete mit zwei kurzen Werken von Wolfgang Carl Briegel und Constantin Christian Dedekind auf, beschwingt, festlich und überzeugend kraftvoll. Und wie könnte es anders sein, als dass die «Orgeljubilarin» beim Üben und späteren Interpretieren engagiert mittat. Ein derartiges Jubiläum ist mit Pflichten verbunden! Es kamen zu den zwei festlichen Chorgesängen noch Kirchenlieder und Kompositionen von Bach als Eingangsspiel und Schluss des kirchlichen Teils dazu. Pfarrerin Iris Lustenberger drückte aus, was Advent zu bedeuten hat, was Ankunft und Ankommen in dieser, unserer Welt und der sich immer wiederholenden Zeit sind. Drei Zeitspannen feiern wir als Einheit. Wir rücken damit Vieles in unser Bewusstsein, erleben und sinnieren über Vergangenes, Aufrichtigkeit, Gemeinschaftliches und Gesellschaftliches. Wir bitten, beten, hoffen und wünschen, tun dies bewusst.

Mit der verdienten Würdigung, Obstalden, Mitlödi, Mollis und zweimal Ennenda wurde erwähnt, wo Ruth Illi über Jahre hinweg als Organistin gewirkt hat. Einst kam sie als ausgebildete Primarlehrerin von Schaffhausen ins Glarnerland, nach Niederurnen. Nach diesem Unterrichten reifte der Wunsch, an der damaligen Musikakademie in Zürich das Orgel- und Klavierstudium aufzunehmen, bei Hans Vollenweider und Hans Schicker und in Paris ein Studienjahr beim erblindeten Organisten Gaston Litaize anzufügen. Dann schlossen unzählige Proben, Konzerte, Chorbegleitungen, Mitwirkungen im Glarner Madrigalchor und anderswo, 38 Jahre Tätigkeit an der Glarner Musikschule, Organisation en von Konzerten und anderes an. Zu Ennenda gehören insgesamt 39 «Orgeljahre» – an der stets sorgsam gepflegten Königin aller Instrumente.

Ruth Illi zeigte vertiefend auf, wo sie überall gewirkt hat, wie viel Freude ihr zahllose Begegnungen und Gespräche und natürlich die Musik beschert haben, welche Chöre und Leiter ihr immer noch ganz viel bedeuten. Begonnen hat alles in Obstalden und – das hofft nicht nur die Geehrte – die Weiterführung des Ausgestaltens in Ennenda noch lange möglich sein wird. Mit einem für sie bedeutsamen Zitat, endeten diese Ausführungen: «Wer es wie die Bergdohle macht und sich mutig in seine Aufgaben stürzt, der erwischt vielleicht gerade einen guten Aufwind und steigt – selbst im gesetzten Alter – noch auf zu unerwarteten Höhen.»