Sanierung Kunsthaus und Güterschuppen-Nutzung

Für die Verantwortlichen des Kunsthauses Glarus war das vergangene Jahr bedeutsam, ging es doch um die umfassende Sanierung des Kunsthauses und den Gang an die Landsgemeinde, dies wegen der Kosten und gesetzlichen Tatsachen. In unserem Kanton sind kulturelle Infrastrukturbauten nicht direkt öffentlich mitfinanzierbar. Kulturgesetzliche Hürden verunmöglichen dies. Aber bevor der Gang an die Landsgemeinde möglich war, brauchte es ein grosses Mass an Vorbereitungsarbeiten, bis die Vorlage mehrheitsfähig war.

Kaspar Marti bezeichnete diesen Weg anlässlich der letzten Mitgliederversammlung als lange und aufwendig.




Der Antrag wurde dann am ersten Maisonntag des vergangenen Jahres oppositionslos gutgeheissen. Und wieder ging die Arbeit für die Verantwortlichen des Kunstvereins los. Die Hälfte der Finanzierung musste sichergestellt werden. Die Unterstützung war phänomenal.

Die politischen Gemeinden, Gönner, Denkmalpflege, glarnerische und ausserkantonale Stiftungen sicherten Beiträge zu. Die Basissumme von rund 1,6 Millionen Franken war im Herbst 2016 beisammen. Derzeit sind die Verantwortlichen daran, die Zusatzfinanzierung für die vorgegebene Reservebildung und die Ausführung zusätzlicher Arbeiten für die Sammlung zu sichern. Verständnis und grosszügiges Mittragen sind erfreulicherweise feststellbar.

Konstituiert hat sich auch die Baukommission. Sie setzt sich aus Vertretern des Kantons, der Gemeinden und des Vorstandes des Glarner Kunstvereins zusammen. Ihr gehören an: Kantonsarchitekt Thomas Stauffacher, Sebastian Pater (Kantonale Denkmalpflege), Roland Schubiger (Gemeinde Glarus) und vonseiten des Glarner Kunstvereins Judith Welter (Direktorin des Kunsthauses Glarus); Thomas Aschmann, Vizepräsident des Kunstvereins, und Kaspar Marti, Präsident des Glarner Kunstvereins. Fallweise können Fachleute beigezogen werden. Das laufende Jahr ist für die weiteren Vorbereitungsarbeiten reserviert. Der Baubeginn ist auf Frühjahr 2018, der Abschluss auf den Winter des gleichen Jahres terminiert.

Das Kunsthaus des Glarner Architekten Hans Leuzinger wurde im Jahre 1952 erbaut. Fachleute bezeichnen es als «das schönste Kunsthaus in der Schweiz». Sanierungs- und Erneuerungsbedarf sind ausgewiesen. Die zu erwartenden Gesamtkosten belaufen sich auf 3,2 Millionen Franken. Eigentümer des Kunsthauses ist der Glarner Kunstverein. Das Haus geniesst national und international einen ausgezeichneten Ruf – auch wegen der zeitgenössischen Ausstellungen. Bis 1999 war in diesem Gebäude die naturwissenschaftliche Sammlung untergebracht. Diese Flächen dienen heute als Kulturraum, Werkstatt und Lager. Die Sanierung soll sanft vorgenommen werden, dies in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege. Der Beitrag von dieser Seite (Bund, Kanton und Gemeinde) beträgt 820 000 Franken. Der Regierungsrat empfahl dem Landrat zuhanden der letztjährigen Landsgemeinde die Gewährung eines Betrages von 1,92 Millionen Franken.

Um die Nutzung des Güterschuppens ergab sich eine längere Diskussion. Die momentane Situation stellt nicht alle gleichermassen zufrieden. Finanziell ergibt sich ein Nullsummenspiel. Kunstaktivitäten und Einbezug in die Angebote des Kunsthauses werfen ebenso Fragen auf, wie das zögerliche Verhalten der bewilligenden Instanzen. Aus denkmalschützerischen Gründen darf der grosse Bau nicht isoliert werden, somit sind Kulturangebote im Winter unmöglich. Kleinere Unterhaltsarbeiten und Reparaturen mussten vorgenommen werden (Türen müssen gegen aussen geöffnet werden können, abwaschbare Theke, WC-Bereich). Über vier Jahre hinweg waren Konzerte und anderes angeboten, eine generelle Nutzungsbewilligung lag nicht vor. Nun haben sich Änderungen ergeben, die unrealistisch sind. Zehn Veranstaltungen, die bis drei Uhr morgens dauern dürften, sind illusorisch – obwohl das bewilligt worden war. Wegen der Lärmemissionen hat man sich mit den Anwohnern getroffen und gute Gespräche führen können.

Fernziel – so Kaspar Marti – sei der Einbezug des Güterschuppens in die Aktivitäten des Kunsthauses nach ungefähr zehn Jahren. Für die «Zwischenjahre» müsse ein sinnvolles Nutzungskonzept geschaffen werden.