Schachklub Glarus steigt in die NLB auf

Als Favoriten angetreten, gaben sich die Glarner Schachspieler im Aufstiegsspiel in die NLB keine Blösse. Gleich 7:1 fertigten sie die Gäste aus Olten ab und steigen erstmals in die Nationalliga B auf.




7:1 – irgendwie ein magisches Resultat. 7:1 (für Glarus) hatte Markus Angst, seines Zeichens Doyen der Schach-Mannschaftsmeisterschaft und Vater des Oltner Spitzenspielers Oliver Angst, vorausgesagt, um sein Team anzustacheln. Mit 7:1 hatte Deutschland an der Fussball-WM den Gastgeber Brasilien bedient. Beim genaueren Hinschauen enden die Parallelen zum Fussball aber bald, nicht nur, weil Schachspieler nicht so viel herumrennen wie die Fussballer, sondern weil es nach einer halben Stunde zwischen den beiden Fussball-Giganten schon 5:0 stand. Glarus gegen Olten stand nach zwei Stunden immer noch 0:0. Vergiss Fussball, das hier ist Schach. Sollte es ein Geduldsspiel werden?

Olten mit riskanten Opfern, Glarus bleibt cool

Olten war zwar die Überraschungsmannschaft der 1. Liga-Saison 2019, aber Glarus setzte die stärkeren Spieler ans Brett. Mit Ausnahme von Oswald Bürgi konnte Glarus in Bestbesetzung antreten. Es hing also alles davon ab, ob Olten seinen unglaublichen Lauf fortsetzen könnte. Die Gäste aus dem Solothurnischen kämpften verbissen und so dauerte es zweieinhalb Stunden, bis die erste Partie entschieden wurde. Am ersten Brett veropferte sich der Oltner und konnte diesen Schaden nicht mehr gutmachen. 1:0 für Glarus durch Jaroslav Krassowitzkij. Kurz darauf doppelte Dario Bischofberger nach und Olga Kurapova erhöhte das Score auf 3:0. Auch sie nutzte ein allzu gewagtes Opfer ihres Gegenspielers. Olten buchte den ersten Punkt, nachdem Jan Selinga in einer aussichtsreichen Stellung einen Gegenangriff unterschätzt hatte. Fast zeitgleich setzte sich Fabian Ferster am 6. Brett mit einem geduldig erspielten Sieg durch. 4:1. Alles entschieden?

Fabian Bänziger macht den Aufstieg klar

Eine minimale Chance für die Solothurner bestand immer noch. Rechnerisch könnte Olten mit drei Siegen dank der Feinwertung das Blatt noch einmal wenden. Wäre da nicht Fabian Bänziger gewesen, der allen Spekulationen ein Ende setzte und Glarus entscheidend mit 5:1 voranbrachte. Damit war der Match entschieden, der Aufstieg in die Nationalliga B stand nach dreieinhalb Stunden fest. Ideal als Aufsteller für den gleichzeitig stattfindenden Apéro, zu dem der Schachklub in seinem Rahmenprogramm im «Stadthof» Glarus geladen hatte. Die letzten beiden Partien brachten noch Resultatkosmetik, aber im umgekehrten Sinne, denn Ufuk Tuncer und Guido Neuberger schraubten das Mannschaftsresultat noch auf 7:1 hoch. Markus Angsts Tipp erwies sich, wohl weniger zu seiner Freude, als richtig.  

Hohe Anforderungen in der NLB

Die kommende Saison 2020 wartet mit noch einmal gestiegenen Anforderungen. Die Saison ist mit 9 Runden intensiver, die Gegner sind stärker und die Reisewege sind länger. Zudem muss das Kontingent der einsetzbaren Spieler vor der Saison fixiert werden und es besteht eine Ausländerregelung. Man merkt: Glarus ist in eine Sphäre vorgestossen, in der die Strukturen professionalisierter werden. Doch das Team, das für den Schachklub Glarus den Aufstieg erreicht hat, darf als konkurrenzfähig für die NLB gelten, wenn es nicht von vielen Absenzen geplagt wird. Und die erste Mannschaft des Schachklubs nimmt den klaren Sieg im Ausstiegsspiel als Kickstart in die neue Saison mit, um auch dort etwas zu reissen. NLB, wir kommen!