Schmetterlinge statt Sommerflieder

Invasive Neophyten sind Gartenpflanzen, die sich unkontrolliert in der Natur vermehren. Im Glarnerland werden sechs Arten bekämpft. Darunter befindet sich auch der noch immer im Handel erhältliche Sommerflieder. Am Glarner Wochenmarkt vom 16. Juni 2018 zeigt die Abteilung Umweltschutz und Energie des Kantons Glarus, welche Pflanzen im Glarnerland Schaden anrichten und wie mit ihnen umzugehen ist.




Schmetterlinge brauchen keinen Sommerflieder. Zwar lieben Falter den Strauch als «Nektar-Tankstelle», sie können aber problemlos auf ihn verzichten. Und ihre Raupen sowieso: Jede Art frisst nur bestimmte Futterpflanzen. Der Sommerflieder gehört nicht dazu. Im Gegenteil: Er ist eine von sechs Gartenpflanzen, die sich in der Glarner Natur unkontrolliert ausbreiten. Wo diese invasiven Neophyten wuchern, verdrängen sie die Futterpflanzen der Raupen und damit die Lebensgrundlage der Schmetterlinge. Der Verzicht auf diesen Strauch lohnt sich also, zumal die Auswahl an unproblematischen Gartenpflanzen gross ist.

Gartenbesitzer können vorbeugen

Wurden Sommerflieder, Kanadische Goldrute oder andere invasive Neophyten bereits gepflanzt, müssen Gartenbesitzer darauf achten, dass sie sich nicht in die Natur ausbreiten. Ein ausgewachsener Sommerflieder-Strauch produziert jährlich rund drei Millionen Flugsamen! Wo sich diese Samen niederlassen, überwuchern bald zahlreiche Jungpflanzen das Gelände oder schädigen mit ihren Wurzeln Mauern und Fassaden von Gebäuden. Deshalb müssen invasive Neophyten vor der Samenreife geschnitten und das Schnittgut im Kehricht entsorgt werden. Die Gemeinden stellen für grössere Mengen gratis Neophyten-Säcke zur Verfügung. Diese können auch im Naturzentrum Glarnerland im Bahnhofsgebäude Glarus bezogen werden.

Informieren und melden

Am 16. Juni 2018 von 08.00 bis 12.00 Uhr informiert die Abteilung Umweltschutz und Energie zusammen mit Partnern am Glarner Wochenmarkt in Glarus über die Situation und die Bekämpfung von invasiven Neophyten. Für Interessierte besonders wertvoll ist, dass die wichtigsten Arten am Stand in echt angeschaut und kennengelernt werden können. Zur Erinnerung sind Steckbriefe und weitere Informationen zu diesen Arten unter www.naturzentrumglarnerland.ch aufgeschaltet. Dort befindet sich auch ein Link zum GeoPortal des Kantons Glarus, das ihre Verbreitung im Glarnerland zeigt. Meldungen von neuen Standorten ans Naturzentrum sind willkommen: sie helfen den Gemeinden die Bekämpfung dieser Problempflanzen zu planen.